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Seagate-Chef: "Die US-Regierung flippt aus"

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Ein nicht näher genanntes Unternehmen aus China hat offensichtlich Interesse, den US-amerikanischen Festplatten-Hersteller Seagate zu übernehmen. Dies berichtet die New York Times in ihrer Online-Ausgabe. Kronzeuge der Zeitung ist Seagate-Chef William D. Watkins, der die Offerte aus Fernost publik machte – und damit offenbar für gehörige Unruhe bei der Regierung der Vereinigten Staaten sorgte: "Die flippt aus", zitiert das Blatt den Seagate-Chef.

Zwar stehen Festplatten nicht auf der Liste jener Produkte, deren Export die USA strikt geregelt haben, offensichtlich sind dennoch einige Regierungsbeamte der Ansicht, dass sie bei einem solchen Deal ein Wörtchen mitzureden hätten. Laut New York Times warnt der Geheimdienst, Festplatten aus chinesischer Produktion könnten ein Sicherheitsrisiko darstellen. Deren Hardware oder Treibersoftware – vor allem bei verschlüsselten Laufwerken – ließe sich so manipulieren, dass dem Datenklau übers Netz Tür und Tor geöffnet werden könnten.

Und zwar im großen Stil: Mit fast 160 Millionen verkauften Geräten pro Jahr ist Seagate unangefochtener Markführer auf dem Gebiet der Festplatten und setzte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 11,36 Milliarden US-Dollar bei einem Nettogewinn von 913 Millionen US-Dollar um. Neben Seagate produziert in den USA nur noch Western Digital Festplatten.

Seagate sei zwar nicht zu verkaufen, betonte Watkins, allerdings könnte ein solches Angebot schwierig zu stoppen sein, wenn den Aktionären nur ein genügend hoher Aufpreis gezahlt werden würde. Chinesische Unternehmen interessieren sich seit einigen Jahren für US-amerikanische High-Tech-Hersteller. Die wohl spektakulärste Übernahme gelang dem chinesischen Unternehmen Lenovo, das im Mai 2005 die PC-Sparte von IBM übernahm. In der Folge schränkte das US-Außenministerium aus Angst vor Sicherheitslücken die Nutzung von Lenovo-Computern im eigenen Haus ein. (pek)