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Seagate steigert IOPS-Leistung von Festplatten

Der Festplattenhersteller Seagate bringt eine neue Idee ins Spiel, um die Leistung bei zufälligen Zugriffen zu steigern: einen geteilten Aktuator.

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Der Aufbau einer Festplatte hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert: Ein Schreib-Lesekopf schwebt über einer drehenden Scheibe. Fordert der PC einen bestimmten Sektor an, muss der Kopf auf die richtige Spur gebracht werden, um die Daten dort zu lesen. Seagate will in seinen kommenden HAMR-Festplatten nun ein Verfahren einsetzen, um schneller an die richtigen Daten zu kommen.

In hochkapazitiven Festplatten drehen sich bis zu neun Scheiben, bei Seagate sind es derzeit maximal acht. Ein gemeinsamer Kopfträger hält bis zu 18 Schreib-Leseköpfe; diese fahren gemeinsam in den Scheibenstapel hinein. Aber nur ein Kopf liest oder schreibt dabei Daten. Seagate will den Stapel nun in zunächst zwei Teile trennen, vor allem, um damit die Leistung bei Zugriffen auf zufällige Adressen zu erhöhen.

Beide Aktuatoren arbeiten dabei unabhängig voneinander; für den Host-Rechner geben sich Dual-Actuator-Festplatten als zwei Laufwerke aus – bei gleicher Kapazität, aber verbesserter IOPS-Leistung. Das dürfte Änderungen an den Anwendungen notwendig machen.

Die ersten HAMR-Festplatten kommen 2019 auf den Markt. Ob Seagate die Technik in diesen schon einsetzen wird, ist unbekannt. Seagate-Konkurrent Western Digital hingegen will mit MAMR höhere Datendichten erreichen. Details zur Technik für die für 2025 versprochenen Festplatten mit 100 TByte bringt c't in der Ausgabe 1/2018, die am Samstag am Kiosk liegt.

Festplatten mit zwei Aktuatoren sind keine ganz neue Idee, nur die Teilung des Aktuators. Der Festplattenhersteller Conner hatte im vorigen Jahrtausend eine 5,25-Zoll-Festplatte mit zwei Aktuatoren im Programm. Das Prinzip hat sich jedoch nicht durchgesetzt. Der Platzbedarf für den zweiten Aktuators hatte zur Folge, dass die Scheiben kleiner werden mussten – und damit die Kapazität geringer wurde. Dies war jedoch recht teuer und benötigte mehr Energie; damit verbunden heizten sich die Platten stärker auf. Conner hatte damals ein Patent darauf angemeldet, dass mit der Übernahme durch Seagate zum neuen Besitzer überging.

Seagate selbst hatte ebenfalls vor sehr langer Zeit mit Hilfe von zwei Köpfen versucht, die Zugriffszeiten zu senken: ein Kopf am Ende des Aktuators, einer in der Mitte; so waren die Wege etwas kürzer. Auch diese Idee hat sich nicht durchgesetzt. (ll)