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Sechs Monate Stille: Bleibt Hoffnung für Mars-Rover Opportunity?

Ein halbes Jahr ist das letzte Signal her. Über die Antennen des Deep Space Network schickt die NASA immer wieder Nachrichten an Opportunity. #OppyPhoneHome

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Sechs Monate Stille: Bleibt Hoffnung für Mars-Rover Opportunity?

Ein Selbstportrait vom Januar 2014

(Bild: NASA/JPL-Caltech/Cornell Univ./Arizona State Univ.)

Fast schon verzweifelt flehen die Wissenschaftler der US-Raumfahrtbehörde NASA per Kurznachrichtendienst Twitter Richtung Mars: "OppyPhoneHome" – bitte melde dich zu Hause, Opportunity! Am Montag (10. Dezember) warten die NASA-Forscher seit genau sechs Monaten auf ein Lebenszeichen des Mars-Rovers. Am 10. Juni kam die bislang letzte Nachricht des Roboters im Raumfahrtzentrum in Pasadena im US-Bundesstaat Kalifornien an. Dann überzog ein gigantischer Staubsturm den Planeten. Seitdem: Stille.

Die NASA-Forscher geben nicht auf. Immer wieder schicken sie dem Roboter Nachrichten und warten dann auf Antwort. Bislang: nichts. Zuletzt kam Mitte November kurz Hoffnung auf, das empfangene Signal war dann aber doch nicht von Opportunity. "So gerne wir sagen würden, dass es ein #OppyPhoneHome-Moment war, haben weitere Untersuchungen gezeigt, dass es keine Übertragungen von Opportunity waren", schrieben die Forscher bei Twitter. "Wir vermissen Opportunity und wären mehr als glücklich, ein verifiziertes Signal mit euch zu teilen. Wir arbeiten weiter daran, die Kommunikation wiederherzustellen."

Die Strategie – über die Antennen des Deep Space Network immer wieder Nachrichten schicken und auf mögliche Antworten lauschen – werde zunächst fortgesetzt. "Die Winde am Aufenthaltsort könnten zunehmen in den kommenden Monaten und der Staub könnte von den Solarpanelen des Rovers abgeblasen werden", gibt sich die NASA zuversichtlich. Zuvor hatte sich der gigantische Staubsturm schon weitgehend gelegt. Im Januar soll die Strategie erneut überprüft werden.

Opportunity braucht Sonnenenergie, um seine Batterien aufzuladen – und der gigantische Staubsturm ließ so gut wie keine Sonne mehr durch. Deswegen versetzte sich der Rover in den Ruhemodus, aus dem er nun nach Abklingen des Sturms eigentlich so langsam wieder aufwachen sollte. Der Status der Batterien vor dem Sturm sei gut gewesen, heißt es. Aber selbst, wenn Opportunity sich einmal meldet, könne es lange dauern, bis der Rover dann zum nächsten Mal ein Signal sendet. Und: Selbst wenn der Rover aufwacht, weiß niemand, ob er noch genauso funktioniert wie vorher.

Der Sturm hat sich gelegt, aber die Solarpanele sind von Staub bedeckt. Frischt der Wind wieder auf, könnten die Solarpanele wieder Energie tanken. (Quelle: Nasa)

Opportunity ist für seine Ausdauer bekannt. Die Mission des Rovers war eigentlich auf 90 Tage angesetzt, inzwischen rollt er schon seit fast 15 Jahren über den Roten Planeten. Opportunity war im Juli 2003 an Bord einer Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet und rund ein halbes Jahr später, am 25. Januar 2004, auf dem Mars gelandet. Seitdem rollt der rund 185 Kilo schwere, sechsrädrige Rover über den Mars – nicht ohne Zipperlein, aber mit bemerkenswertem Durchhaltevermögen.

2007 hatte Opportunity einen noch viel größeren Sturm überstanden. Die damit einhergehende Kälte führte nach Einschätzung der NASA-Wissenschaftler wohl letztlich zum Verlust der baugleichen und zu ähnlicher Zeit gestarteten Zwillingsschwester Spirit einige Jahre später. Für die anderen Mars-Missionen wie die Sonden, die um den Planeten kreisen, den nuklear betriebenen Rover Curiosity oder den gerade auf dem Mars angekommenen Lander InSight stellte der Staubsturm keine Gefahr da.

Mars-Rover Opportunity (18 Bilder)

Am Rand des Krater Endeavour
(Bild: NASA/JPL-Caltech/Cornell Univ./Arizona State Univ.)

(bme)