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Security-Updates sind für die Autobranche eine Herausforderung

Viele Hersteller können Security-Updates für vernetzte Fahrzeuge nur in der Werkstatt aufspielen. Wo Online-Updates möglich sind, hapert es oft mit der Sicherheit.

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General Motors, Auto, Autonome Autos

(Bild: General Motors)

Der US-Autohersteller General Motors (GM) hat eine Sicherheitslücke im OnStar-System eines 2009er Chevrolet Impala erst nach Jahren geschlossen. Sicherheitsforscher der University of California in San Diego und der University of Washington hatten die Sicherheitslücke bereits Anfang 2010 an Hersteller GM gemeldet, berichtet Wired. Sie ähnelt der Sicherheitslücke im kürzlich gehackten Chrysler Jeep: Die Fahrzeuge konnten nicht nur ständig geortet werden, auch die Bremsen ließen sich während der Fahrt manipulieren.

Während Chrysler binnen kürzester Zeit einen Softwarefix an Werkstätten und Kunden lieferte, schloss GM die Lücke im Impala erst im November 2014 durch ein Online-Update. Jeff Massimilla, zuständig für Cyber-Security bei GM, erklärte gegenüber Wired, man sei 2010 dazu rein technisch noch nicht in der Lage gewesen.

Fachleute monieren, dass Online-Updates in der Automobilindustrie noch nicht üblich und selten sicher seien. Auto- und Sicherheitsexperte Michael Müller sagte heise online, dass bislang nur Tesla "relativ abgesicherte" Remote-Updates durchführen könne. Alle anderen Hersteller könnten nur in der Werkstatt sichere Software-Updates durchführen, was über die OBD-II-Schnittstelle oft mehrere Stunden dauere.

Müller weist außerdem darauf hin, dass noch kein Hersteller Intrusion-Detection- und Intrusion-Prevention-Systeme in seine Fahrzeuge einbaue, obwohl diese bereits auf dem Markt verfügbar seien. Er vermutet dafür Kostengründen und glaubt, dass nur gesetzliche Vorgaben die Hersteller zum Einbau solcher Systeme bewegen könnten. Während es in der Europäischen Union hierfür noch keine Pläne gibt, plant jetzt auch Japan, ähnlich wie die USA mit ihrem Spy Car Act, solche Vorschriften zu erlassen. (ad)