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Selbstgemachtes im Netz: Dawanda schließt Handelsportal

Dawanda gibt auf: Das Portal für Selbstgemachtes, lange als deutsche Erfolgsgeschichte im Netz gehandelt, schließt.

Dawanda

(Bild: dpa, Laurin Schmid)

Bereits im Juli vergangenen Jahres gab es schlechte Nachrichten von Dawanda: Das Portal für selbst gefertigte Produkte entließ rund ein Viertel seiner Belegschaft, um in die schwarzen Zahlen zu kommen. Außerdem wolle man sich ganz auf die Mobilversion der Plattform konzentrieren, hieß es damals – aber all das hat offensichtlich nichts gefruchtet: Zum 30. August stellt Dawanda sein Portal ein.

Das Aus für das Handelsportal, das vor 12 Jahren gegründet wurde und lange als eine der großen deutschen Erfolgsgeschichten im Internet viel öffentliche Aufmerksamkeit genoss, verkündete verkündete das Unternehmen am Samstag in einer recht blumigen Erklärung. Das Unternehmen habe selbstgemachte Produkte als neue Kategorie im Onlinehandel etabliert.

"Gemeinsam mit unserer Community haben wir Do-it-yourself in den vergangenen 12 Jahren in Europa salonfähig gemacht und handgemachte Produkte als neue Kategorie im E-Commerce etabliert. Auf diese Leistung können wir stolz sein!", erklärte Claudia Helming, Gründerin und Geschäftsführerin von Dawanda. "Dennoch mussten wir uns in den letzten Jahren zunehmend eingestehen, dass es uns alleine nicht gelingen wird, das Wachstum weiter voran zu treiben." Man müsse "jetzt handeln", um den Verkäufern auf der Plattform "auch langfristig das Bestehen ihrer Unternehmen, ihre Einkommen und weiteres Wachstum zu sichern".

Für die Mitarbeiter soll es nach Unternehmensangaben ein Abfindungspaket geben. Ein Großteil von ihnen sei bereits freigestellt. Den Käufern und Verkäufern auf der Plattform empfahl das Unternehmen einen Wechsel zum US-Shopping-Portal Etsy, das auch eine deutsche Plattform anbietet. Von beiden Unternehmen hieß es, sie hätten eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Ein Umzugs-Tool werde den Dawanda-Verkäufern Anfang nächster Woche zur Verfügung stehen. Mit Schließung der Plattform würden Besucher der Dawanda-Webseite zu Etsy umgeleitet. (jk)

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