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"Selektive Strahler" sollen Trinkwasser-Gewinnung aus der Luft verbessern

Die Versorgung mit Wasser ist eine der großen technischen Herausforderungen von heute. Chinesische Forscher melden jetzt Fortschritte beim Ernten von Tau.

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(Bild: LUM3N / Unsplash)

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In manchen Ländern hat weniger als die Hälfte der Bevölkerung Zugang zu sauberem Wasser und weltweit muss jeder Dritte ohne grundlegende sanitäre Anlagen auskommen. Die gesundheitlichen Folgen dieses Mangels sind erheblich, sodass intensiv nach bezahlbaren Möglichkeiten gesucht wird, armen Ländern trinkbares Wasser zu verschaffen. Chinesische Forscher haben jetzt eine interessante Entdeckung dazu gemacht: Mit speziell gewählten Materialien für den Kondensator lässt sich der Atmosphäre auch unter ungünstigen Umständen Wasser entnehmen. Das berichtet Technology Review online in "Wasser aus der Luft".

Bei der so genannten Tau-Ernte wird Luft so gekühlt, dass der enthaltene Wasserdampf kondensiert und dann gesammelt werden kann. Das Team um Minghao Dong von der Southeast University in China hat jetzt erstmals die grundlegenden Grenzen dieser Technik erkundet. Bei bisherigen Untersuchungen dazu wurde laut dem Team stets ein offensichtlicher Punkt übersehen: Die Studien berücksichtigen nicht die Art und Weise, wie reale Materialien Wärme abgeben und dass die Erdatmosphäre bestimmte Licht-Wellenlängen effizienter überträgt als andere.

Wie Minghao und Kollegen in einem Fachaufsatz erklären, ist bereits bekannt, für welche Wellenlängen die Erdatmosphäre am transparentesten ist. Nach ihren Worten hat es also Sinn, einen Kondensator zu verwenden, der auf diesen Frequenzen strahlt – sie bezeichnen ihn als "selektiven Strahler". Die Ergebnisse damit waren bemerkenswert. Bei einer Umgebungstemperatur von 20 °C und 40 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit zum Beispiel könne der selektive Strahler pro Quadratmeter und Stunde 13 Gramm Tau ernten, schreibt das Forscher-Team, das der Technik allgemein großes Potenzial für die Versorgung mit Trinkwasser auch in trockenen Gegenden zuschreibt.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)