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Technology Review

Seltene Erden: Bergbaukonzern will chinesisches Monopol brechen

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Bis vor Kurzem waren die „Seltenen Erden“ nur Fachleuten ein Begriff. Dann drosselte China plötzlich den Export der Spezialmetalle, und schlagartig wurde klar, dass die Welt ein weiteres Rohstoffproblem hat. Denn Elemente wie Neodym, Terbium oder Cer sind essentielle Bestandteile von Permanentmagneten für Windräder, von Akkus für Hybridautos oder von Festplatten. 95 Prozent der Seltenen Erden werden heute in China gefördert. Das war nicht immer so: Bis in die 1990er-Jahre hinein waren die USA das Hauptförderland gewesen. Dann wurde die Produktion wegen der niedrigen Kosten im Reich der Mitte unrentabel.

Angesichts des chinesischen Quasi-Monopols will nun das Bergbauunternehmen Molycorp Minerals in den USA den Abbau in einer reichhaltigen Mine aufnehmen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Denn anders als der Name vermuten lässt, sind die 17 Elemente eigentlich in ansehnlichen Mengen vorhanden. Laut dem U.S. Geological Survey lagern in Australien 5,4 Millionen Tonnen, in den USA 13 und in Russland gar 19 Millionen Tonnen. Zum Vergleich: Die Reserven in China werden mit 36 Millionen Tonnen beziffert.

Noch in den 70er-Jahren wurden in der kalifornischen Mine von Mountain Pass 70 Prozent des weltweiten Bedarfs gefördert. Daran anzuknüpfen, ist allerdings kein leichtes Unterfangen: „Wenn man die Förderung stoppt, geht auch die technische Expertise verloren“, so Carol Raulston, Sprecherin der amerikanischen National Mining Association. Schlimmer noch: Den USA fehlten inzwischen auch wichtige Patente, um die kostbaren Elemente ans Tageslicht zu holen, meint Karl Geschneidner, Spezialist für Seltene Erden am Ames National Laboratory in Iowa. Trotzdem will sich Molycorp den Versuch eine halbe Milliarde Dollar kosten lassen.

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(bsc)

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