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Sensornetzwerk per Handy: Big Data in Afrika

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In Afrika sorgt die starke Durchdringung von Mobilfunkverbindungen nicht nur für bessere Kommunikationsmöglichkeiten, sondern könnte auch das Gesundheitssystem revolutionieren, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Denn die Hunderte Millionen Handys verbinden nicht nur Menschen, sondern bilden auch ein neuartiges Sensornetzwerk.

Zum ersten Mal überholte die Zahl mobiler Netzanschlüsse die von Festnetzleitungen im Jahr 2000. In Nigeria etwa gab es damals 30.000 Mobilfunkverträge – heute sind es 140 Millionen. 87 Prozent der Bevölkerung sind damit im Prinzip mobil online. Angesichts der Größe des afrikanischen Kontinents und des Unternehmergeists seiner Bevölkerung ist das nicht so überraschend. Überraschend ist aber, wie Handys eine immer stärkere Rolle dabei spielen, Leben zu retten, indem sie Wissenslücken füllen.

Historisch hat es nur wenige handfeste Echtzeit-Beobachtungsdaten von Krankheiten in Afrika gegeben. Wir konnten nur auf einige wenige Webinformationen und Modellannahmen zurückgreifen, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verfolgen. Wie frustrierend das ist, kann ich als Arzt und Epidemiologe aus meiner Tätigkeit in den 1980ern in Uganda bestätigen. Man sieht all die Anzeichen um einen herum, aber die wenigsten Orte verfügen über eine Infrastruktur, um diese Beobachtungen weiterzuverfolgen und auszuwerten.

Handys sollen auch dabei helfen, die Versorgung mit Impfstoffen zu verbessern. Dank Echtzeitdaten über Bestände an abgelegenen Orten können unnötige Engpässe verhindert werden. So stehen dann genügend Impfstoffe zur Verfügung, wenn Säuglinge und Kinder zur Impfung gebracht werden. Das medizinische Personal kann zudem erstmals leichter auf Patientenakten zugreifen und telefonisch Termine vereinbaren. Sie können sogar Eltern mittels automisch verschickter SMS an Impftermine erinnern.

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(bsc)