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Server-Prozessoren: Intel verkauft teuerste Xeons jetzt billiger

Wer bisher die maximale Speicherkapazität mit einem Intel-Xeon-Prozessor nutzen wollte, musste tief in die Tasche greifen. Intel rudert nun zurück.

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(Bild: c't)

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Intel stellt den Verkauf von sechs Server-Prozessoren mit M-Suffix ein, die sich bei der maximalen Speicherausstattung vom restlichen Xeon-Portfolio unterschieden. Die M-Modelle wie der Xeon Platinum 8280M laufen mit bis zu 2 TByte DDR4-RAM; Prozessoren ohne M-Anhängsel dagegen limitiert Intel künstlich auf 1 TByte. Für die doppelte Speicherunterstützung verlangte der Hersteller bisher einen Aufpreis von rund 3000 US-Dollar.

Dafür wandern die Xeon-Prozessoren der dritten Kategorie "L" eine Preisstufe tiefer: Die L-Modelle mit Unterstützung für bis zu 4,5 TByte Speicher dank großer Optane-Module kosten jetzt so viel wie früher die M-CPUs. Der 28-Kerner Xeon Platinum 8280L steht also fortan für 13.012 statt 17.906 US-Dollar in Intels Preisliste. Da der Aufpreis von M zu L immer 4894 US-Dollar betrug, fällt die die Differenz beim 10-Kern-Modell Xeon Gold 5215L am größten aus: Der Preis fällt von 9119 auf 4224 US-Dollar (-54 Prozent).

Die Änderungen in der Prozessorserie Cascade Lake-SP hat Intel in einer sogenannten Product Change Notification (PCN) angekündigt. Die Umstellung stellt demnach eine Folge von Kundenrückmeldungen dar. AMD dürfte daran allerdings nicht ganz unschuldig sein.

Die Unterteilung in normale Prozessoren und M-Modelle führte Intel mit der CPU-Generation Skylake-SP im Sommer 2017 ein, als es bei Servern noch keine Konkurrenz durch AMD gab. Die L-Modelle kamen im April 2019 mit dem Nachfolger Cascade Lake-SP dazu. AMD stellte seine ersten Server-CPUs mit Zen-Architektur, Epyc 7001, im Juni 2017 vor. Mit der zweiten Generation Epyc 7002 hat AMD die Leistung pro Kern und Takt deutlich erhöht, zudem hat das Topmodell 64 statt 32 Rechenkerne. Alle Epyc-7002-Prozessoren unterstützen 4 TByte DDR4-RAM (mit aktuellen 128-GByte-Riegeln sind praktisch 2 TByte nutzbar).

Folglich setzen immer mehr Server-Betreiber auf Prozessoren von AMD. Laut eigenen Angaben verkaufen sich vor allem die teuren Modelle mit 64 und 48 Rechenkernen gut. (mma)