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Server packt 256 Xeon-Kerne in 10 Höheneinheiten

SeaMicro SM10000-XE (Bild: SeaMicro)

256 CPU-Kerne der leistungsfähigen Sandy-Bridge-Generation quetscht das junge US-Unternehmen SeaMicro in ein Gehäuse, welches lediglich 10 Standard-Höheneinheiten von 19-Zoll-Racks belegt. Die 64 Quad-Core-Prozessoren sollen sich zusammen und inklusive RAM und Vernetzung mit rund 3,5 Kilowatt Leistungsaufnahme begnügen. Mit diesen Eigenschaften zielt der SeaMicro SM10000-XE[1] wie seine mit Atoms bestückten Vorgänger[2] auf den Bedarf von Cloud-Dienstleistern, die aus schierem Eigeninteresse möglichst effiziente Server einsetzen.

Im Vergleich zu den Versionen mit Atom-Prozessoren stehen beim SM10000-XE zwar weniger Kerne zur Verfügung, doch diese sind dank 2,4 GHz Taktfrequenz und wesentlich leistungsfähigerer Mikroarchitektur um ein Mehrfaches potenter als die Atom-Cores. Bei der Angabe der Leistungsaufnahme ist SeaMicro leider etwas ungenau, sondern nennt für den SM10000-XE mit seinen 45-Watt-Prozessoren des Typs Xeon E3-1260L[3] nur eine "mittlere Leistungsaufnahme" von 3500 Watt, ebenso wie für den SM10000-64HD mit 384 Dual-Core-Atoms. Beide Systeme nutzen einen ganz ähnlichen Aufbau: Die Server sind als spezielle Steckkarten aufgebaut, die über ein PCI-Express-ähnliches Interface Daten austauschen können. Dadurch kann SeaMicro auf eine separate und potenziell stromhungrige Verkabelung und Vernetzung mit Ethernet oder SATA verzichten. Stattdessen sind die einzelnen Server über spezielle Switches zugänglich, die beispielsweise 10-Gigabit-Ethernet herausführen. Pro Quad-Core-CPU steht rechnerisch ein 10GbE-Kanal bereit, extern sind aber maximal 16 10GbE-Ports nutzbar.

Bis zu 32 GByte DDR3L-SDRAM lassen sich pro CPU einbauen, hierbei kooperiert SeaMicro mit Samsung: Der DRAM-Spezialist fertigt ungepufferte ECC-Speichermodule in SO-DIMM-Bauform für diesen Zweck. Bis zu vier 8-GByte-Module passen auf jede Steckkarte, maximal lassen sich also 2 TByte RAM in einem SM10000-XE unterbringen. Auch 64 Festplatten oder SSDs im 2,5-Zoll-Format passen in das Gehäuse und lassen sich auf verschiedene Arten mit den einzelnen Servern verknüpfen. (ciw[4])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-1425949

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.seamicro.com/sm10000xe
[2] https://www.heise.de/meldung/Cloud-Server-mit-Intel-Atom-und-spaeter-auch-ARM-Prozessoren-1021400.html
[3] http://ark.intel.com/products/52275/
[4] mailto:ciw@ct.de