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Sexuelle Belästigung: Auch Facebook kippt Pflicht zur Schlichtung

Beim Kampf gegen sexuelle Belästigung gewährt nun auch Facebook den Opfern mehr Rechte. Die Konzernregeln hatten ihnen vorher den Weg vor Gericht versperrt.

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Sexuelle Belästigung: Auch Facebook kippt Pflicht zur Schlichtung

Arbeiten bei Facebook

(Bild: Facebook/Patrick Rogers Photography)

Fast ein Jahr nach Microsoft und erst im Zuge einer neuerlichen Debatte über sexuelle Belästigung im Silicon Valley erlaubt nun auch Facebook seinen Mitarbeitern, derartige Vorwürfe vor Gericht zu bringen. Die Verpflichtung, sich einer Schlichtung zu unterwerfen, wurde abgeschafft, teilte das Unternehmen gegenüber dem US-Magazin Recode mit. Sexuelle Belästigung sei etwas, was man sehr ernst nehme und wofür es keinen Platz bei Facebook gebe, versicherte der Konzern demnach.

Aktueller Anlass waren Proteste von Mitarbeitern bei Google gegen den zweifelhaften Umgang ihres Arbeitgebers mit Vorwürfen zu sexueller Belästigung. Nachdem Tausende Google-Angestellte vor einigen Tagen zeitweise die Arbeit niedergelegt hatten, hatte der US-Digitalkonzern die hauseigene Politik zum Umgang mit Vorwürfen sexueller Belästigung geändert. So sollen Betroffene nun selbst entscheiden können, ob sie solche Fälle vor privaten Schiedsgerichten klären lassen wollen. Diese Wahlfreiheit will nun auch Facebook gewähren.

Lange war es bei den jungen US-Digitalunternehmen verbreitet, dass Mitarbeiter vertraglich verpflichtet waren, derartige Vorwürfe in einer Schlichtung zu regeln. Der Gang vor ein Gericht war ihnen untersagt. Die Unternehmen konnten so leichter verhindern, dass Fälle öffentlich werden, während die Stellung der Opfer geschwächt wurde. Im Zuge der sogenannten #metoo-Debatte hatte Microsoft diese Regelungen schon im Dezember 2017 abgeschafft. Nun haben mit Google und Facebook zwei weitere Schwergewichte der Branche nachgezogen. (mho)