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Sharing Economy: Plattformen für privates Carsharing werden zu gewerblichen Marktplätzen

Die Idee klingt überzeugend: Privatleute verleihen ihr Auto, wenn sie es gerade nicht brauchen, gegen Gebühr an andere Privatleute. Doch die wichtigsten Vermittlungsplattformen dafür setzen inzwischen auch auf kommerzielle Anbieter.

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Plattformen für privates Carsharing werden zu Marktplätzen für gewerbliche Angebote

(Bild: James086 / GFDL)

Das Modell des Carsharing von privat zu privat (P2P) könnte nach einer hoffnungsfrohen Anfangsphase seine beste Zeit schon hinter sich haben. Eine Reihe von Vermittlungsplattformen ist vom deutschen Markt bereits wieder verschwunden, andere wurden von größeren Konkurrenten aufgekauft – und mit Snappcar und Drivy lassen die beiden wichtigsten noch existierenden Sharing-Vermittler seit einiger Zeit auch Fahrzeuge von kommerziellen Anbietern zu. Das berichtet Technology Review online in „Will jemand teilen?“.

Autonetzer als einer der deutschen Pioniere beim P2P-Carsharing und damaliger Marktführer wurde schon im Jahr 2015 von Drivy aus Frankreich übernommen, 2016 folgte das Start-up Tamyca, das bei Snappcar aus den Niederlanden landete. Selbst Croove, erst Ende vergangenen Jahres gestartet vom Autokonzern Daimler, soll 2018 in der US-Plattform Turo aufgehen. Weitere Anbieter fanden nicht einmal einen Käufer, sondern gaben still und leise auf. Damit sind derzeit neben einigen lokalen nur noch drei überregionale P2P-Anbieter in Deutschland aktiv. Ein vierter könnte das Start-up Getaway aus Berlin werden, das bislang aber nur dort und in Magdeburg vertreten ist.

„Das ist ganz klar noch eine Nische“, sagt Gerd Scholl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), das sich im Projekt PeerSharing unter anderem mit geteilten Autos beschäftigt hat. Wie eine Umfrage seines Instituts aus diesem Sommer zeigt, sind bislang nur 2 Prozent der Deutschen als Mieter oder Vermieter im privaten Carsharing aktiv geworden. Vorstellen könnten sich das immerhin 10 Prozent, doch ob dieses Potenzial ausgeschöpft wird, bezeichnet Scholl „fraglich“. Dabei sehen laut derselben Umfrage 60 Prozent der Deutschen privates Carsharing als sinnvoll und nachhaltig an.

Mehr dazu bei Technology Review online:

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