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Shazam räumt Weitergabe von Nutzerdaten ein

Wie c't entdeckt hat, sendet die Musikerkennungs-App Shazam im Hintergund Ortsdaten an Werbenetzwerke. Das hat Shazam-Chef Rich Riley nun eingeräumt, aber von einem Einzelfall gesprochen. "Normalerweise" übertrage man keine Nutzerdaten.

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Die Musik-App Shazam überträgt nach Angaben ihres Chefs normalerweise keine Nutzerdaten an Werbenetzwerke, in einem "Einzelfall" sei das aber doch geschehen. Damit bestätigte er einen Bericht von heise online, wonach die Android-App des Musikerkennungsdienstes im Hintergrund Daten an Werbenetzwerke überträgt. Dazu zählten der Standort des Nutzers und die Gerätekennung. "Das war ein Einzelfall, der von einem unserer Partner verursacht wurde", erklärte Shazam-CEO Rich Riley am heutigen Mittwoch der dpa. Weitere Informationen dazu gab es nicht.

Während der c't-Analyse sendete Shazam jede Menge Informationen an das Werbenetzwerk Mologiq.

(Bild: c't)

Unternehmen können allerdings über Shazam selbst passgenaue Werbung schalten. Zur Identifikation der Nutzer diene die Gerätekennung der Smartphones oder Tablets. "Wir haben eine Riesen-Menge an Daten und freuen uns darauf, sie einzusetzen", sagte Riley in einem Vortrag auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Auch Webseiten schalteten auf Basis der Nutzungsdaten Anzeigen, sagte er danach der dpa. Das sei den Nutzern bekannt. Sie bekämen so interessantere Anzeigen, etwa zu Künstlern, deren Musik sie über Shazam identifiziert hätten.

Nutzer können mit der App einige Sekunden eines Musikstücks aufnehmen, das beispielsweise im Radio läuft. Shazam liefert dann Informationen zu Künstler und Liedtitel. Im vergangenen Monat hatte Shazam nach Angaben von Riley 88 Millionen Nutzer. Die App will künftig verstärkt mit Unternehmen zusammenarbeiten, um Fernsehwerbung mit Shazam zu verknüpfen. Über die App könnten dann zusätzliche Informationen angezeigt werden. (mho)