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Shopping-App Shopkick soll in den Einzelhandel locken

Shopkick-Nutzer bekommen Bonuspunkte schon dafür, dass sie ein Geschäft betreten. Die App soll nun den deutschen Markt erobern.

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Die Einkaufs-App Shopkick, die mit Hilfe von Bonuspunkten mehr Kunden in Läden bringen will, ist in Deutschland mit mehreren großen Handelsketten an Bord auf den Markt gekommen. Mit dabei sind die Douglas-Parfümerien, die Elektromärkte Media Markt und Saturn, die Karstadt-Kaufhäuser und die Baumärkte von OBI. Nutzer der App bekommen Bonuspunkte, wenn sie Geschäfte betreten oder Produkte in Läden mit ihrem Smartphone scannen.

Willkommensbotschaft in einem US-amerkanischen Laden

(Bild: Shopkick)

Die mobile Software des gleichnamigen Unternehmens für Android und iOS gibt es bisher nur in den USA. Deutschland ist der erste neue Markt, den es erobern will. In den USA soll Shopkick Marktführer der Software seiner Art sein, haben die Marktforscher von Nielsen ermittelt. Dort habe die App rund eine Million aktive Nutzer pro Monat. Die Firma wurde im September für über 200 Millionen Dollar von dem südkoreanischen Telekommunikations-Konzern SK Telecom übernommen.

In den teilnehmenden Geschäften wird an jedem Eingang eine kleine Box angebracht, die Signale an Smartphones sendet, am heutigen Donnerstag in 1300 Läden, weitere 100 sollen in den nächsten Tagen dazukommen. Für das Betreten eines Ladens bekommt ein Nutzer mit geöffneter App 35 Punkte, die bei Shopkick "Kicks" heißen. Das entspricht etwa 15 Cent.

In der App können Händler ihre Sonderangebote platzieren. Außerdem haben Kunden die Möglichkeit, in der Anwendung das Sortiment der Händler zu durchstöbern und Produkte zu markieren, die ihnen gefallen. Die App kann ihnen dann bescheidgeben, wenn sie in die Nähe von Geschäften kommen, die diese Artikel führen.

Mit den Händlern werden keine personifizierten Kundendaten geteilt, betonte Mitgründer und Chef Cyriac Roeding. Sie bekämen nur allgemeine Statistiken wie etwa die Kundenzahl oder den Anteil von Männern und Frauen zu sehen. Künftig könnte Shopkick aber auch die Möglichkeit schaffen, die Kundenbindungsprogramme der Händler einzubinden.

Die Kunden können zusätzlich Punkte sammeln, wenn sie im Laden bestimmte Produkte scannen. Hier machen in Deutschland zunächst Procter & Gamble und Henkel mit. Die Erfahrung habe gezeigt, dass Kunden häufiger Produkte auch kauften, wenn sie sie erst einmal in der Hand hielten, sagte Roeding. Shopkick selbst bekommt das Geld von den Händlern und Partnern, im Verhältnis zu den umgeschlagenen "Kicks".

In den Läden wird ein Ultraschallsignal an die App auf dem Smartphone gesendet; das Signal wird entweder durch einen von Shopkick bereitgestellten Transmitter oder, wenn vorhanden und vom Ladenbetreiber gewünscht, über das ladeneigene Musiksystem ausgesendet. Betritt ein Shopkick-Nutzer einen Partner-Laden und öffnet die App, empfängt und dekodiert diese das Ultraschallsignal direkt in der Filiale. Diese Technik werde wie in den USA durch Apples iBeacon-Technik ergänzt. (mit Material der dpa) / (anw)