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Sicherheitsexperten warnen vor künftigen Viren

Schäden durch Viren und Würmer haben sich weltweit innerhalb des vergangenen Jahres verzehnfacht. Die Zahl der bekannten Virus-Angriffe erreichte in den vergangegen drei Monaten das Rekordhoch von 71.402 gemeldeten Fällen – im Vorjahreszeitraum waren es nur rund 7.000 Vorfälle. Diese Ergebnisse wurden auf einer Sicherheitskonferenz in Singapur bekanntgegeben.

Auf der Konferenz warnten Experten vor künftigen Schädlings-Lawinen, die auf die Internet-Community zurollen würden. Während die Unternehmen auf E-Business drängen, seien "Hacker"- und Viren-Angriffe ein "Desaster, das nur darauf wartet zu geschehen", kommentierte Puni Rajah, Vize-Präsident vom Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IDG.

Dass Computerviren in ihrer Gefährlichkeit zunehmen, zeigt beispielsweise der vor ein paar Tagen in den USA aufgetretene Windows-Schädling W32/Magistr@MM. Bei diesem Virus handelt es sich prinzipiell um nichts Neues, wenn man die Komponenten einzeln betrachtet. Das Gefährliche an dem Virus ist die Kombination aus Schad- und Verbreitungsroutinen: "In diesem Fall haben wir es mit einem sehr komplexen und technisch fortgeschrittenen Virus zu tun, der die effizientesten Verbreitungs-, Infizierungs- und Tarnmechanismen aufweist und zudem noch einen besonders hohen Schaden anrichten kann", erklärt Dennis Zenkin von Kaspersky Labs.

Für die Verbreitung sorgt der Schädling, indem er die Adressbücher von Outlook, Windows (*.wab) und Netscape Messenger nach Mail-Adressen durchsucht. Weiterhin verbreitet sich Magistr über verbundene Netzlaufwerke. Die Schadfunktionen wirken allerdings erst einen Monat nach der Infektion: Dann löscht der Virus alle Dateien auf lokalen und Netzrechnern. Unter Windows 95/98 überschreibt der Schädling zusätzlich noch die CMOS-Einstellungen und auf einigen Rechnern auch das Flash-BIOS. Damit schlägt W32/Magistr@MM in die gleiche Kerbe wie der rund drei Jahre alte Chernobyl-Schädling, besitzt aber eine weitaus stärkere Verbreitungsroutine – und die ist gar noch konsequenter als bei den berüchtigten Loveletter-Varianten.

Indes steigt die Sorge, dass künftig noch mehr und gefährlichere Varianten auftreten. Die letzten Untersuchungen von IDG ergaben, dass in der asiatisch-pazifischen Region derzeit rund ein Viertel aller Unternehmen ohne Virenschutz sind, sagte Rajah auf der Sicherheitskonferenz. Besonders gefährdet seien renommierte Firmen, behauptet Manual Gonzales, Software-Entwickler bei Compaq. "Je mehr Prestige ein Unternehmen hat, desto größer ist die Gefahr, einem bösartigen Angriff ausgesetzt zu werden" – die Online-Vandalen seien besonders befriedigt, wenn große und bekannte Firmen durch ihre Angriffe im Mittelpunkt stehen. (pab)

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