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Sieben Zeilen Code entschlüsseln kopiergeschützte DVDs (Update)

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Keith Winstein und Marc Horowitz, zwei Studenten am Massachusetts Institute Of Technology haben im Rahmen eines zweitägigen Seminars zur US-Urheberrechtsregelung Digital Millennium Copyright Act (DMCA) das bislang kürzestes Programm geschaffen, mit dem sich kopiergeschützte DVDs entschlüsseln lassen.

Das gerade einmal sieben Zeilen lange Perl-Skript, das insgesamt 531 Bytes belegt, ist zudem schnell genug, um eine kopiergeschützte DVD während der Wiedergabe zu entschlüsseln – wenn auch mit einem unruhigen Bild. Der Haken: Das Skript benötigt zur Entschlüsselung den geheimen Title Key. Es eignet sich also ohne Zuhilfenahme weiterer Tools nicht dazu, den Kopierschutz im eigentlichen Sinne zu knacken, sondern demonstriert lediglich, wie einfach die Decodierung zu bewerkstelligen ist, wenn der Schlüssel bekannt ist.

Winstein betonte gegenüber der amerikanischen Presse, dass es nicht Ziel des Kurses gewesen sei, die DVD-Verschlüsselung zu umgehen. Mittlerweile ist das Skript auch auf einer Website aufgetaucht. Die beiden Programmierer glauben, dass ihr Tun rechtlich unantastbar ist. "Man kann diesen siebenzeiligen Code auf ein Stück Papier schreiben und ihn jemandem geben – es ist unsinnig zu behaupten, die sei nicht vom Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt", erklärten Winstein und Horowitz.

CSS geriet erstmals im November 1999 in die Schlagzeilen, als es Crackern gelang, die Schutzvorkehrungen zu umgehen. Im Blickpunkt steht seither vor allem das Programm DeCSS, dessen Verbreitung letztlich zu diversen Klagen der amerikanischen Filmindustrie gegen Website-Betreiber führte.

Auch Winstein und Horowitz könnten in Kürze Schwierigkeiten mit der Motion Picture Assosiation of America bekommen. Deren Sprecherin Emily Kutner teilte jedenfalls bereits mit, dass man sich das neue Programm genau anschauen werde. (nij)