Menü

Siemens-Affäre: Auftragsvergabe bei Olympischen Spielen im Visier

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket  speichern vorlesen Drucken Kommentare lesen 36 Beiträge
Von

In der Affäre um angebliche schwarze Kassen beim Siemens-Konzern ist auch die Auftragsvergabe bei den Olympischen Spielen 2004 in Griechenland ins Zwielicht geraten. Die Staatsanwaltschaft in Athen ermittele wegen des Verdachts möglicher Unregelmäßigkeiten beim Auftrag für das Sicherheitssystem der Olympischen Sommerspiele, berichtete das Handelsblatt. Auch in Italien ist die Staatsanwaltschaft einem Bericht zufolge in der Siemens-Affäre aktiv. Die Staatsanwaltschaft München wollte sich am Mittwoch zunächst nicht äußern.

Eine Schlüsselfigur bei den Aufträgen für die Olympischen Spiele soll der frühere Leiter des Griechenland-Geschäfts der Sparte Telekommunikation sein. Der Manager habe den Konzern bereits im April verlassen, sagte ein Siemens-Sprecher am Mittwoch in München. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung erfolgte die geräuschlose Trennung von dem Manager nach dem Beginn eines Ermittlungsverfahrens in der Schweiz wegen Geldwäsche und anderer Delikte. In einem Aufhebungsvertrag sei vereinbart worden, gegenseitig keine Ansprüche geltend zu machen. Der Siemens-Sprecher wollte sich nicht dazu äußern.

Der ehemalige Griechenland-Chef soll dem Bericht zufolge Zugriff auf Konten in der Schweiz gehabt haben, die die Fahnder dem System der schwarzen Kassen bei Siemens zurechneten. Auf diesen Konten sollen insgesamt bis zu 40 Millionen Euro gelagert haben. Die Staatsanwaltschaft untersuche, ob die Millionenbeträge in den schwarzen Kassen als Schmiergeld genutzt wurden und ob Siemens durch Bestechung an Aufträge für die Olympischen Spiele kam.

Insgesamt ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft gegen zwölf Beschuldigte. In der vergangenen Woche hatten die Fahnder in einer groß angelegten Razzia in der Konzernzentrale in München und insgesamt rund 30 weiteren Siemens-Standorten in Deutschland und Österreich nach Beweismaterial gesucht. Im Kern geht es um die Frage, ob Mitarbeiter der Siemens-Festnetzsparte Com Geld unterschlagen und für Schmiergeldzahlungen – auch im Ausland – eingesetzt haben.

Auch in Italien sind Staatsanwälte nach einem Bericht des Wall Street Journal verdächtigen Geldzahlungen im Zusammenhang mit der Finanzaffäre bei Siemens auf der Spur. Im Zentrum der Ermittlungen stehe ein Bankkonto, über das mehr als 60 Millionen Euro geflossen sein sollen. Das Geld sei nach Auffassung der Ermittler für Schmiergeldzahlungen verwendet worden.

Siehe dazu auch:

(dpa) / (jk)