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Siemens-Arbeitsplätze in Telefonwerken nicht betriebsintern zu retten

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Die Hoffnung der Beschäftigten der Siemens-Telefonwerke in Bocholt und Kamp-Lintfort, ihre Arbeitsplätze durch betriebsinterne Rationalisierung und flexiblere Arbeitszeiten zu retten, haben sich zerschlagen. Ein von den Betriebsräten in Auftrag gegebenes Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst&Young habe ergeben, dass die Kostenvorteile einer Produktion in Ungarn auf diese Weise nicht auszugleichen seien, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall in Bocholt, Heinz Cholewa.

Siemens will die Produktion von Handys und schnurlosen Festnetztelefonen in ein geplantes neues Werk in Ungarn verlagern. In Bocholt und Kamp-Lintfort sollen nach Gewerkschaftsangaben rund 2000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Die IG Metall wolle jetzt schnell mit Siemens über tarifpolitische Maßnahmen verhandeln, um die Arbeitsplätze zu retten, sagte Cholewa. Gleichzeitig müsse aber auch der politische und gesellschaftliche Druck auf den Konzern erhöht werden, damit er seiner Verantwortung für die Beschäftigten und den Standort Deutschland gerecht werde. Am kommenden Freitag wollen Beschäftigte von Siemens bundesweit gegen die Verlagerung von Arbeitsplätzen nach Osteuropa demonstrieren. (dpa) / (jk)