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Siemens-Finanzaffäre: Externe Prüfer gefordert

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In der Affäre um schwarze Kassen bei Siemens will der Aufsichtsrat des Elektrokonzerns laut einem Zeitungsbericht den Einsatz externer Prüfer durchsetzen. Ohne Hilfe von außen sei die Aufarbeitung des Skandals zum Scheitern verurteilt, sagte ein Mitglied des Aufsichtsrates der Süddeutschen Zeitung. Das Gremium könne bereits am Montag einen entsprechenden Auftrag erteilen, hieß es. Vorstandschef Klaus Kleinfeld befürworte das Vorgehen, wie aus Unternehmenskreisen verlaute. Unklar sei allerdings noch, welcher Zeitraum durchleuchtet werde. Mittlerweile soll es in der Schmiergeld-Affäre sechs Geständnisse von aktiven und ehemaligen Beschäftigten des Konzerns geben. Sechs Beschuldigte aus der Sparte Telekommunikation (Com) hätten zugegeben, schwarze Kassen in Liechtenstein, der Schweiz und Österreich installiert oder ermöglicht zu haben, berichtete die Süddeutsche bereits am Samstag.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt etwa ein Dutzend Beschuldigte, rund 200 Millionen Euro veruntreut und damit Schmiergeld für Auslandsaufträge gezahlt zu haben. In der Affäre ermittelt die Sonderkommission "Netzwerk" des Landeskriminalamtes München, fünf Beschuldigte sitzen noch in Untersuchungshaft.

Der finnische Handy-Konzern Nokia will unterdessen an der geplanten Zusammenarbeit mit Siemens bei Netzwerken auch angesichts der Korruptionsaffäre festhalten. Nokia-Sprecherin Arja Suominen sagte der dpa zu der für das kommende Jahr geplanten Zusammenlegung der Netzwerksparten: "Die Integration geht weiter." Nokia beobachte die Entwicklung um Siemens sehr genau. "Wir kommentieren aber grundsätzlich keine Gerüchte. Und mehr gibt es bisher nicht in dieser Angelegenheit." Auch ein Siemens-Sprecher erklärte am Sonntag: "Das Integrationsteam arbeitet völlig normal weiter. Wir gehen davon aus, dass die Arbeit des Joint Ventures wie geplant Anfang kommenden Jahres starten wird."

In einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung hieß es, Siemens habe Juristen prüfen lassen, ob die Finnen angesichts der Finanz-Affäre die Zusammenlegung der Sparten abblasen könnten. Das Ergebnis sei gewesen, dass Nokia im Lichte des Skandals durchaus Anhaltspunkte hätte, um die Partnerschaft anzufechten. Die schwarzen Kassen sollen im Siemens-Bereich Kommunikation (Com) gebildet worden sein, der zum 1. Januar teilweise in das Netzwerk- Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia einfließen soll. Mittlerweile gebe es auch Kritik aus dem Aufsichtsrat an Wirtschaftsprüfern von KPMG. Es sei fraglich, ob die Prüfer konsequent genug nachgehakt hätten. "200 Millionen Euro dürfen nicht einfach verschwinden, ohne dass die Prüfer das bemerken", sagte ein Aufsichtsrat.

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(dpa) / (jk)