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Siemens Healthineers will mit KI in der medizinischen Diagnostik wachsen

Ganz rund läuft es bei Siemens Healthineers trotz eines Umsatz- und Gewinnsprungs nicht. Mit KI in der Diagnostik soll es stärker bergauf gehen.

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(Bild: Siemens Healthineers)

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Mit moderner Bildgebung, OP-Fernübertragungen und dem zunehmenden Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) in der Medizin will Siemens Healthineers nachhaltig wachsen. Mittelfristig will der Medizintechnikkonzern den Umsatz um fünf Prozent pro Jahr und das Ergebnis pro Aktie um zehn Prozent pro Jahr steigen, wie Konzernchef Bernd Montag am Montag in Erlangen ankündigte.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019 schaffte das Unternehmen mit weltweit 52.000 Mitarbeitern einen Umsatzsprung von 13,43 auf 14,52 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern stieg von 1,28 auf 1,59 Milliarden Euro, wie Siemens Healthineers mitteilte. Die Profitabilitätsziele verfehlten die Healthineers aber leicht. Grund dafür waren Anlaufschwierigkeiten beim neuen Labordiagnostiksystem Atellica. Der für den Bereich Diagnostik zuständige Manager, Michael Reitermann, musste bereits seinen Posten räumen. Bernd Montag hatte die Fortentwicklung des Diagnostikbereichs zu Chefsache erklärt und ist seit Oktober für die Sparte zuständig. Der Bereich Diagnostik soll mit der Erweiterung des diagnostischen Angebots gestärkt werden. Dabei wolle das Unternehmen eine führende Rolle beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur klinischen Entscheidungsfindung übernehmen, heißt es in einer Erklärung.

Für die kommenden Jahre geht der Konzern dank guter Geschäfte mit bildgebenden Verfahren von weiter steigenden Gewinnen aus. Dabei dürfte sich das Wachstum jedoch im Vergleich zum gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr abschwächen. Die Aktie startete am Montag mit einem Kurssprung von mehr als fünf Prozent in den Handel.

Die in Erlangen ansässigen Healthineers konnten vor allem bei der Bildgebung und dem noch vergleichsweise kleinen Segment Advanced Therapies zulegen. Die Krankenhäuser der Zukunft sollen digitaler und technisch ausgereifter werden. Es gehe darum, "immer mehr mit immer weniger zu leisten", sagte Montag. Technische Lösungen, etwa um Eingriffe minimalinvasiv zu machen, Roboter einzusetzen oder auch aus der Ferne zu behandeln, sollen dabei helfen. So muss der Operateur dank neuer Techniken nicht mehr die ganze Zeit am Tisch stehen, sondern kann Katheter etwa zum Setzen von Stents, die Blutgefäße offen halten, über eine Art Regiepult führen.

Das Unternehmen setzt große Hoffnungen in das Atellica-System, das die lange Zeit schwächelnde Labordiagnostik wieder nach vorne bringen soll – aber derzeit noch Verluste schreibt. Das geplante Ziel, eine bereinigte operative Marge im mittleren Zehner-Prozent-Bereich zu erreichen, wurde daher um zwei Jahre auf 2024 verschoben. "Wir schaffen es nicht in dem Zeitraum, den wir uns erhofft haben", sagte Montag.

Der Hersteller von etwa Kernspin- und Computertomographen ging aus der Medizintechnik-Sparte von Siemens hervor, agiert seit dem Börsengang vor knapp zwei Jahren aber eigenständig. Siemens ist mit 85 Prozent der Anteile weiterhin Mehrheitseigner. (olb)