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Siemens: Linux in fünf Jahren Nummer 2 auf Desktop-PCs [Update]

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Wenn man US-Medienberichten glauben mag, dann schätzt der Leiter eines Usability-Testprogramms bei Siemens Business Services (SBS), Duncan McNutt, dass Linux in fünf Jahren auf 20 Prozent aller Arbeitsplatzrechner installiert sein wird. Grundlage für diese Einschätzung seien die Ergebnisse eines bei SBS durchgeführten Testprogramms gewesen, bei dem man Anwender -- nicht Techniker -- Linux als Desktop-Betriebssystem bewerten ließ. Richtig sei, dass es bei SBS ein solches Testprogramm gegeben habe, falsch hingegen, dass die Zahlen aus dem Programm hervorgegangen seien, erklärte McNutt gegenüber heise online. Vielmehr kämen die Einschätzungen zur zukünftigen Verbreitung von Linux auf Arbeitsplatzrechnern von Marktforschern.

Die Vorteile von Linux gegenüber dem alteingesessenen Microsoft Windows würden sich besonders in großen Unternehmen mit 4000 bis 40.000 Arbeitsplätzen bemerkbar machen, berufen sich US-Medien auf McNutt. Der hält allerdings gegenüber heise online dagegen, Kostenvorteile entstünden generell durch managebare Betriebssysteme, also auch durch Windows. Grundsätzlich, betont McNutt, sei ein Umstieg auf Linux nur dann sinnvoll, wenn eh eine größere Umstellung anstehe, beispielsweise von Windows NT auf Windows XP.

Linux sei in großen Unternehmen günstiger zu betreiben und würde mindestens die gleiche Produktivität erlauben wie Windows, zitieren US-Medien McNutt. Grund dafür sei vor allem die Software Ximian Desktop, die im Wesentlichen das Office-Paket Open Office und Ximians Groupware-Anwendung Evolution umfasst. Diese hätte bei "Sekretärinnen und Managern" zu sehr guten Ergebnissen geführt. Zwei Tage Training seien im Schnitt pro Mitarbeiter nötig gewesen, um sie an die neue Umgebung zu gewöhnen: ein Tag zur Einführung in die Benutzerschnittstelle und ein Tag, um sich mit Open Office vertraut zu machen. Ein ähnlicher Trainingsaufwand sei auch bei einem größeren Upgrade auf eine neue Windows- beziehungsweise Office-Version zu erwarten. In Wahrheit, so McNutt, habe man Usability-Tests alternativ mit Gnome und KDE als Benutzeroberfläche durchgeführt. Die Mehrheit der Probanden habe sich schließlich für Gnome entschieden. Gnome sei als "freundlichere" und "aufgeräumtere" Oberfläche im Vergleich zu KDE bezeichnet worden. Außerdem, so McNutt weiter, sei zu beobachten gewesen, dass die Testteilnehmer rund eine Woche gebraucht hätten, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

Die Administrationskosten für Linux auf Desktops lägen deutlich niedriger als die für Windows, wie aus US-Medienberichten unter Berufung auf Aussagen von McNutt hervorgeht. Primär in Umgebungen mit mehr als 1000 Arbeitsplätzen wirkten sich die Skripting-Fähigkeiten von Linux vorteilhaft aus. Linux sei daher besonders geeignet für die Fernwartung. Und schwierige Probleme seien dank der besseren Dokumentation des Open-Source-Betriebssystems sehr flott zu lösen. Darüber hinaus sei Linux nicht so ressourcenhungrig wie Windows und erlaube daher, Hardware 50 Prozent länger im Einsatz zu haben. Außerdem fielen im Vergleich zu Windows nur rund 20 Prozent der Lizenzkosten an. McNutt räumt allerdings gegenüber heise online ein, dass Microsoft häufig zu Zugeständnissen bereit sei und sich daher die Frage nach den Lizenzkosten mitunter relativiere. (ola)

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