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Siemens: Umbau der Kraftwerksparte sorgt für Millionenverluste

Siemens hat im abgelaufenen Quartal 46 Prozent weniger Gewinn hinnehmen müssen. Der Umbau der Kraftwerksparte macht dem Konzern zu schaffen.

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Siemens: Umbau der Kraftwerksparte sorgt für Millionenverluste

(Bild: Siemens)

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Siemens hat im vierten Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal hinnehmen müssen. Der Gewinn fiel damit insgesamt auf 681 Millionen Euro, obwohl der Umsatz um zwei Prozent auf 22,6 Milliarden Euro angestiegen war. Das gab Siemens am Donnerstag bekannt. Grund für den Gewinneinbruch ist die Sparte Power & Gas, in der weltweit mehrere Tausend Stellen abgebaut werden. Hier brach der Gewinn allein um etwa drei Viertel ein. Zusätzlich entstanden im vierten Quartal durch den Stellenabbau Kosten von rund 386 Millionen Euro.

Im gesamten Geschäftsjahr steht Siemens allerdings besser da. Der Gewinn legte nach Steuern von 6,09 Milliarden Euro im letzten Geschäftsjahr auf nun 6,12 Milliarden Euro leicht zu. Auch der Umsatz stieg an, von 82,86 auf 83,04 Milliarden Euro an. Insgesamt sieht Siemens in sechs von acht Sparten Zuwächse. Die Ausgliederung der Zug-Sparte Siemens Mobility und die damit einhergehende Fusion mit dem französischen Zugbauer Alstom führte zu einer höheren Steuerbelastung, was den Nettogewinn drückte.

Größere Sorgen macht Siemens aber die Sparte Power & Gas. Die Krise in der Kraftwerksparte trifft aber nicht nur Siemens allein. Auch dem größten Rivalen General Electric beschert die weltweit nachlassende Nachfrage nach Gasturbinen hohe Verluste. Siemens steht im Vergleich zu General Electric sogar noch besser da, musste aber ebenfalls Arbeitsstellen in dem Bereich deutlich reduzieren.

In Deutschland hatte sich Siemens mit Arbeitnehmervertretern im September auf einen Abbau von insgesamt 2900 Stellen geeinigt, ursprünglich sollten 3400 Stellen abgebaut werden. Siemens verspricht sich davon langfristig Einsparungen von rund 500 Millionen Euro, mittelfristig sollen es etwa 270 Millionen Euro sein. Bisher kostet der Stellenabbau Siemens aber Geld: Die Kosten dafür in der rückläufigen Kraftwerksparte beziffert der Konzern auf etwa 301 Millionen Euro.

Die Umbaukosten machen sich deshalb auch in der Bilanz negativ bemerkbar: Die Sparte verbuchte ein Minus von 139 Millionen Euro. Der Umsatz ging um acht Prozent auf rund 3,35 Milliarden Euro zurück.

Für das kommende Geschäftsjahr 2018/2019 gibt sich Siemens verhalten optimistisch, Umsatz und Gewinn sollen "moderat" ansteigen. "Wir erwarten ein weiterhin günstiges Marktumfeld, mit begrenzten Risiken aus geopolitischen Unsicherheiten, insbesondere für unsere kurzzyklischen Geschäfte", heißt es in der Ergebnisveröffentlichung von Siemens. (olb)

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