Siemens mit "starkem Wachstum" in China

Außer im Transportwesen sieht der Chef von Siemens China besonders in den Bereichen Energie, industrielle Anwendung bei Öl, Gas und Wasser, im Gesundheitswesen und in der Telekommunikation neue Möglichkeiten.

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  • dpa

Der Siemens-Konzern hat dieses Jahr in China ein "starkes Wachstum" erreicht. Die Auftragseingänge wuchsen um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Absatz legte um 15 Prozent zu. "Wir wachsen viel stärker als der Markt und haben unsere Wettbewerbsposition in wesentlichen Wachstumsbereichen ausgebaut", sagte der neue Präsident von Siemens in China, Richard Hausmann, am heutigen Dienstag vor Journalisten in Peking. Die Chancen, bei der Beschleunigung der Eisenbahn oder der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Peking nach Schanghai zum Zuge zu kommen, hätten sich durch den jüngsten Auftrag für die Produktion von 60 ICE-3-Zügen verbessert.

Außer im Transportwesen in China sah Hausmann besonders in den Bereichen Energie, industrielle Anwendung bei Öl, Gas und Wasser, im Gesundheitswesen und in der Telekommunikation neue Möglichkeiten. Im Finanzjahr bis September stiegen die Auftragseingänge von 41,8 auf 56 Milliarden Yuan (5,3 Milliarden Euro). Der Absatz legte von 38,4 auf 44,3 Milliarden Yuan (4,2 Milliarden Euro) zu. "Unser Wachstum ist insgesamt ausgeglichen und nachhaltig", sagte Hausmann. Es sei "nicht unrealistisch", dass das 2004 gesetzte Ziel erreicht werde, den Absatz über drei Jahre bis Ende 2006 zu verdoppeln. Heute mache China rund sechs Prozent des weltweiten Geschäfts aus.

"Wir haben starkes Wachstum in all unseren Geschäftsbereichen in China", sagte Hausmann. Der Transportsektor legte sogar um 200 Prozent zu. Nach dem Auftrag für die Produktion der 60 bis zu 300 Stundenkilometer schnellen Hochgeschwindigkeitszügen für 669 Millionen Euro sah der Siemens-Chef gute Chancen bei der weiteren Modernisierung des Streckennetzes. Der Bedarf für Züge, Schienen, Automatisierung und Signaltechnik sei "wirklich groß". Auch im Wettbewerb um die lukrative Strecke zwischen Peking und Schanghai habe Siemens durch den Vertragsabschluss Fortschritte gemacht. "Ich kann mir vorstellen, dass wir jetzt bessere Chancen haben."

Auch für die Verlängerung der Strecke der Magnetschnellbahn Transrapid von Schanghai in die Nachbarstadt Hangzhou werde weiter auf eine Entscheidung der Zentralregierung gewartet. Die Zeit werde aber "knapp", um wie geplant mit einer Anbindung zur Weltausstellung 2010 in Schanghai fertig zu werden, sagte Hausmann. Verzögerungen gebe es ferner bei der Lizenzverteilung für die neue Mobilfunktechnik der nächsten Generation, die Hausmann aber jetzt in der ersten Jahreshälfte erwartet. Um das Versprechen einzuhalten, bis zu den Olympischen Spielen 2008 in Peking ein verlässliches System zu haben, müsse die Entscheidung dann fallen. Siemens sei für beide zur Wahl stehenden Systeme TDSCDMA oder WCDMA gut gewappnet.

Auf dem drittgrößten und am schnellsten wachsenden Elektro- und Elektronikmarkt der Welt habe Siemens sein Verkaufsnetz, die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten und den Einkauf stark ausgebaut. Während derzeit Produkte für etwa zwei bis drei Milliarden Euro im Jahr in China eingekauft werden, sollen es in Zukunft fünf Milliarden werden. Die noch geringen Exporte sollen ausgeweitet werden. 2004 habe Siemens seine Mitarbeiterzahl um 5000 erhöht. 2006 sollen noch 3000 dazu kommen. Als einer der größten ausländischen Arbeitgeber in China beschäftigt Siemens heute 36.000 Menschen. (dpa) / (jk)