Menü

Siemens streicht 1400 Stellen in Deutschland

Das Kraftwerksgeschäft von Siemens läuft nicht mehr wie in alten Zeiten – jetzt zieht der Konzern Konsequenzen und plant, Arbeitsplätze abzubauen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 109 Beiträge

Unklar ist, ob dieser Mann noch länger bei Siemens arbeiten wird.

(Bild: Siemens)

Von

Siemens will in seiner kriselnden Energiesparte 2700 Arbeitsplätze abbauen, davon 1400 in Deutschland. Die Standorte Erlangen und Berlin seien am stärksten betroffen, teilte der Konzern am Dienstag mit. Die IG Metall lehnt die Abbaupläne grundsätzlich als ideenlos ab.

Überkapazitäten von Gasturbinen und die Energiewende machen der Sparte seit langem zu schaffen. Langfristige Wartungsverträge werfen zwar weiterhin gute Gewinne ab, aber der Umsatz sank im vergangenen Quartal um 4 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Siemens hatte schon im Herbst einen deutlichen Stellenabbau angekündigt und die Standorte neu aufgestellt. Zu der Sparte gehört inzwischen auch das Geschäft mit Transformatoren und Schaltanlagen. Im Mai hatte Siemens angekündigt, dass die Energiesparte über das laufende Sparprogramm hinaus weitere 500 Millionen Euro einsparen müsse. Konzernchef Joe Kaeser will die Sparte bis September nächsten Jahres an die Börse bringen.

Die IG Metall kritisierte, der kurzfristige Abbau von Beschäftigten sei in einem langfristig wachsenden Markt mit langen Zyklen angesichts zunehmenden Fachkräftemangels nicht zielführend. Die Gewerkschaft werde mit den Betriebsräten alles daransetzen, dass die von Siemens angekündigten "Programme zur Requalifizierung im Zuge des Strukturwandels" keine Lippenbekenntnissen oder halbherzige Ansätze blieben, sagte Hagen Reimer, Leiter des Siemens-Teams bei der IG Metall.

Siemens kündigte an, in Kürze mit den Arbeitnehmervertretern zu beraten und die Pläne möglichst sozialverträglich umzusetzen. Siemens-Vorstandsmitglied Lisa Davis sagte, die neue Struktur setze Synergien frei und "die geplanten Maßnahmen helfen uns dabei, mehr Wachstumschancen zu schaffen". Durch Synergien und Kapazitätsanpassungen sollen 300 Millionen Euro eingespart werden, 100 Millionen Euro resultieren aus der neuen Aufstellung, 200 Millionen Euro aus Einsparungen bei Supportfunktionen.

"Im Projektgeschäft sind Maßnahmen erforderlich, um die Kosten zu reduzieren und der rückläufigen Entwicklung bei der Anzahl der Großprojekte zu begegnen", teilte Siemens mit. "Im Geschäft mit Produkten für die Stromübertragung leiden die Märkte für Transformatoren und Schalttechnik unter Überkapazitäten. Dies erfordert Maßnahmen, um die Kostenstrukturen und Kapazitäten an allen Standorten zu optimieren und damit deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten." (anw)