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Siemens und IG Metall ringen um Lösung für Niederrhein-Standorte

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Vertreter der Siemens AG und der Gewerkschaft IG Metall wollen an diesem Mittwoch ihr Ringen um die Sicherung der Standorte Bocholt und Kamp-Lintfort am Niederrhein abschließen. Der Konzern will die Produktion von Handys und schnurlosen Festnetztelefonen nach Ungarn verlagern und damit die Kosten für die Herstellung der Massenware deutlich senken. 2000 der bisher 4500 Arbeitsplätze sollen den Plänen zufolge verlagert werden.

Die am Dienstag aufgenommenen Tarifgespräche zur Rettung der Stellen wurden am Abend nach rund sieben Stunden ohne Ergebnis unterbrochen. Es sei um mehrere Maßnahmen gegangen, die von Arbeitnehmerseite zur Standort- und Arbeitsplätzesicherung ergriffen werden können, sagte ein Sprecher der IG Metall. Im Vorfeld der Verhandlungen war wiederholt von einer Verlängerung der Arbeitszeit für die Beschäftigten ohne Lohnausgleich gesprochen worden. Ein solches Angebot reiche der Siemens AG zur Kostenreduzierung nicht aus. "Die Verhandlungen werden intensiv und am Ergebnis orientiert geführt", sagte Wolfgang Nettelstroth vom IG-Metall-Bezirk Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf.

Siemens hat sich selbst eine strenge Kostendiät verordnet, um die Erträge jedes Unternehmensbereiches über eine definierte Schwelle zu hieven. In Bocholt und Kamp-Lintfort wird diese Rendite-Schwelle nach Betriebsratsangaben übersprungen. Dennoch wolle der Konzern weitere Einsparpotenziale erschließen.

Am vergangenen Freitag waren in Bocholt und Kamp-Lintfort sowie knapp 50 weiteren Siemens-Standorten bundesweit mehrere tausend Arbeitnehmer auf die Straße gegangen. Unter dem Motto "Jeder Arbeitsplatz hat ein Gesicht" hatten sie auf soziale Probleme im Falle von Arbeitsplatzverlagerungen hingewiesen. (dpa) / (jk)