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Sigma präsentiert Spiegelreflexkamera mit Foveon-Sensor

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Auf der photokina stellt Sigma die neue Spiegelreflexkamera SD14 vor, die deutlich aufgewertete Nachfolgerin der 2003 erschienenen SD10. Als einzige SLR am Markt arbeitet sie mit einem Foveon-X3-"Direktbildsensor", der nun 14 Megapixel auflöst – in der Sigma-Rechnungsweise 2.652 × 1.768 = 4,6 MP × 3 Farben. Direkt vergleichbar mit herkömmlichen Megapixel-Angaben sind es weder 4,6 noch 14 Megapixel: Die Auflösung des Foveon-Sensors dürfte der eines 8- bis 10-MP-CCDs mit dem üblichen Bayer-Mosaikfarbfilter entsprechen.

Der Foveon-X3-Sensor ist in der Lage, alle primären RGB-Grundfarben an jedem einzelnen Pixel in seinen drei übereinanderliegenden Schichten aufzuzeichnen. Der Sensor macht sich den Umstand zunutze, dass Licht abhängig von seiner Wellenlänge unterschiedlich tief in das Silizium eindringt. Er spart so den sonst notwendigen Farbfilter und ermöglicht die vollständige Aufzeichnung der Farbinformation in jedem einzelnen Pixelelement. Dies führt laut Sigma zu einer exakten Aufzeichnung der Farb- und Helligkeitswerte und zu einem hohen Detailreichtum mit ausgezeichneter Schärfe, da die fehlerträchtige Interpolation der schärfebestimmenden Luminanz aus den Farbwerten entfällt. Tatsächlich fehlen den auf der photokina gezeigten Sigma-Aufnahmen die bei CCDs häufig zu findenden Fehler wie Moirés und Farbränder, sie wirken sehr direkt und plastisch.

Die Bildspeicherung wurde um mehrere JPEG-Qualitätsstufen ergänzt – die Vorgänger SD9 und SD10 konnten nur Raw-Bilder aufzeichnen, was die Handhabung der Bilddaten oft erschwerte. Weiterhin passen an die Kamera nur Sigma-Objektive mit SA-Bajonett, der Brennweiten-"Verlängerungsfaktor" des 20,7 mm × 13,8 mm großen Sensors liegt mit 1,7 relativ hoch (bei APS-CCDs etwa 1,5). Der Autofokus arbeitet nun mit 5 Messfeldern. Im Serienbildmodus schießt die Kamera 3 Bilder/s, sie zeichnet auf CF-Karten auf. Zeitgemäß groß ist der 2,5-Zoll-Monitor, der allerdings nur 150.000 Pixel auflöst. Der Verschlussmechanismus ist auf eine Lebensdauer von über 100.000 Auslösungen ausgelegt – klassenüblich sind hier 30.000 bis 50.000 Bilder. (cm)