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Signal Iduna analysiert Fahrstil für individuelle Kfz-Versicherung

Ein Bluetooth-Dongle an der OBD2-Schnittstelle erfasst Fahrzeugdaten, anhand derer eine Smartphone-App die Fahrweise analysiert. Brave Fahrer sollen mit günstigen Beiträgen belohnt werden.

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Die Signal Iduna hat ein Kfz-Versicherungspaket für junge Erwachsene vorgestellt, bei dem die Höhe der Beiträge vom Fahrstil abhängt. Ein Dongle, der an die Diagnoseschnittstelle (OBD2) des Autos gesteckt wird, meldet Fahrzeugdaten per Bluetooth an eine Smartphone-App. Sie analysiert den Fahrstil und berücksichtigt dabei Beschleunigung, Kurvengeschwindigkeit und Bremsverhalten. Daraus berechnet sie einen individuellen Score, an dem sich die Beitragshöhe bemisst. Anders als beim umstrittenen Telematik-Angebot der Sparkassen-Direktversicherung werden keine GPS-Daten erfasst.

Ein OBD2-Adapter liest Daten etwa zur Motorlast aus und sendet sie per Bluetooth ans Handy, auf dem eine App läuft.

Die Versicherung bietet den sogenannten AppDrive-Tarif über ihre Marke sijox an. Er richtet sich an Fahrer unter 30 Jahren und gilt nur für das Paket "Meine Mobilität", das außer der Kfz- auch eine Unfall- und Verkehrsrechtsschutz-Versicherung enthält. AppDrive startet mit einer Beitragsermäßigung von 15 Prozent; durch umsichtiges Fahren soll eine weitere Senkung um 25 Prozent möglich sein. Nachforderungen, wenn sich der Fahrstil ändert, schließt die Versicherung aus.

Die App berechnet aus den erfassten Daten einen Score, nach dem sich die Höhe der Kosten für die Versicherung berechnet.

(Bild: bs/sijox)

Der Fahrer kann seinen AppDrive-Score am Handy auslesen und erhält Tipps, wie sich dieser verbessern lässt. Die App gibt es für Android und iOS. Sie zeigt auch an, wie viel man aktuell spart. Als OBD2-Dongle nutzt Signal Iduna den TomTom Link 100. Er soll Versicherungen, Fahrzeugherstellern, Pannendiensten und Leasingunternehmen den einfachen Zugriff auf Daten zum Fahrverhalten und zur Fahrzeugnutzung ermöglichen. TomTom betont, dass Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes überflüssig seien, da keine GPS-Daten erfasst werden. Allerdings speichert der Link 100 Daten zwischen, die etwa nach einem Unfall ausgewertet werden könnten, um die Schuldfrage zu klären. (ad)