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Silk-Road-Auktion: Alle Bitcoins gehen an einen Bieter

Die US-Behörden haben ihre erste Bitcoin-Auktion abgeschlossen: Rund 30.000 Bitcoins aus Beständen der Silk Road fließen an einen einzigen Bieter. Pannenfrei lief die Auktion allerdings nicht, ein Interessent wurde gar Phishing-Opfer.

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Die Versteigerung von 30.000 Bitcoins, die US-Behörden vom Online-Drogenmarktplatz Silk Road beschlagnahmt hatten, hat offenbar ein einziger Bieter gewonnen. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf den US Marshal Service. Sowohl die Identität des Bieters als auch die Höhe seiner Gebote sind bislang unbekannt.

Wer mag die 30.000 Bitcoins der Silk Road ersteigert haben?

(Bild: dpa, Jens Kalaene/)

Die in zehn Tranchen versteigerten Bitcoins versteigerten Bitcoins wurden bereits an die Adresse des anonymen Käufers überwiesen. Wenn die Siegergebote ungefähr dem aktuellen Marktpreis von rund 644 US-Dollar entsprochen haben, dann dürfte die Auktion rund 19 Millionen US-Dollar in die Kassen der US-Regierung gespült haben. Laut US Marshal Service sollen insgesamt 45 Bieter 63 Gebote gemacht haben. Einige an der Auktion teilnehmende Investmentfirmen hatten sich bereits offenbart und bekannt gemacht, dass sie nicht Sieger der Auktion sind. Um beim Bieterkampf ums virtuelle Geld teilzunehmen, mussten Interessenten Identitätsnachweise liefern und 200.000 US-Dollar bei einer Bank deponieren.

Ganz reibungslos glückte den US-Behörden ihre erste Bitcoin-Versteigerung allerdings nicht: Ein Regierungsmitarbeiter hatte eine E-Mail mit Infomaterial an mehrere Dutzend Interessenten geschickt – und diese dabei auf CC gesetzt, so dass nun jeder in der Gruppe alle E-Mail-Adressen und damit die potenziellen Mitbieter sehen konnte. US-Medien veröffentlichten die Liste in Auszügen.

Einer der dabei Kompromittierten wurde laut Bericht des australischen Blogs Startupsmart sogar Opfer einer Phishing-Attacke. Demnach erhielt Sam Lee, Mitgründer des Melbourner Startups Bitcoin Reserve, nach Offenlegung seiner Kontaktdaten die Anfrage eines vermeintlichen Journalisten, der um ein Interview zur Sache bat. Unter der Vorgabe, ein Dokument mit Interviewfragen über Google Docs zu teilen, gelang es dem Angreifer, Lee zur Eingabe seiner Google-Account-Daten zu bringen und diese abzugreifen. Damit konnte der Angreifer weitere Teil von Lees digitaler Identität kapern und so dessen Kollegen überzeugen, 100 Bitcoins (aktuell rund 46.000 Euro) aus Beständen des Unternehmens zu überweisen. Diesen Verlust wolle er aus eigener Tasche ersetzen, erklärte Lee laut Bericht, die Polizei aber nicht einschalten.

Nach wie vor sitzen die US-Behörden auf großen Bitcoinbeständen vom im Oktober 2013 ausgehobenen Drogen-Marktplatz Silk Road. Die rund 144.000 Coins sollen dabei von den privaten Rechner des mutmaßlichen Betreibers Ross Ubricht stammen, der sich vor Gericht verantworten muss. Nachdem die erste Auktion abgeschlossen ist, dürften nun wohl weitere folgen.

[Update, 02.07.2014, 15:40]

Die Identität des Käufers ist gelüftet: Gewonnen hat die Auktion der Investor Tim Draper, Mitgründer der Beteiligungsgesellschaft Draper Fisher Jurvetson. Das geht aus einem Blogbeitrag des Startups Vaurum hervor, an dem Draper beteiligt ist. Vaurum plant eine Bitcoin-Börse speziell für Schwellenländer. Die ersteigerten Bitcoins sollen dem Startup demnach die Basis für einen liquiden Börsenhandel schaffen. (axk)