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Silk Road: US-Behörden untersuchen Verbindungen zu Bitcoin-Börsen

Hatten US-Bitcoinbörsen Verbindungen zum abgeschalteten Drogenmarktplatz Silk Road? Laut einem Bericht gehen die US-Behörden gerade dieser Frage nach.

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US-Behörden haben offenbar Untersuchungen aufgenommen, ob die Bitcoin-Börsen im Land Verbindungen zum geschlossenen Drogenmarktplatz Silk Road hatten. Unter Berufung auf Insider berichtet das Wall Street Journal, dass seit vergangenem Winter richterliche Anordnungen an mehrere Bitcoin-Börsen gegangen sein. Darin werden die Firmen wohl unter anderem zur Herausgabe von Transaktionsdaten aufgefordert. Unter den angeschriebenen Börsen soll auch die im Februar spektakulär bankrott gegangene Börse Mt. Gox sein.

Trotz Razzia gegen die Silk Road boomt der Darknet-Markt: Chinesisches Heroin auf der Silk Road 2.0.

Die Untersuchungen, die laut Bericht von FBI-Beamten und der Staatsanwaltschaft aus Manhattan durchgeführt werden, sollen aber noch ganz am Anfang stehen. Von konkreten Erkenntnissen sei man noch entfernt, wird ein Insider zitiert. Im Oktober 2013 fand die Razzia gegen die Silk Road statt, die Server wurden beschlagnahmt und der mutmaßliche Betreiber verhaftet. Die Plattform war nur über den Anonymisierungsdienst Tor zu erreichen, alleiniges Zahlungsmittel waren Bitcoins, von denen auch große Mengen beschlagnahmt wurden.

In der Folge der Razzia fanden weltweit weitere Verhaftungen statt, unter anderem wurde im Januar der Betreiber der nicht mehr aktiven Bitcoin-Börse Bitinstant verhaftet – er wird verdächtigt, mit einem Komplizen Bitcoins im Wert von einer Million US-Dollar als Zahlungsmittel an Silk-Road-Nutzer verkauft zu haben.

Insgesamt hat der Schlag gegen die Silk Road aber keineswegs den Online-Drogenhandel über illegale Marktplätze ausgetrocknet. Kurz nach der Razzia ging schon der Nachfolger Silk Road 2.0 an den Start. Dem kamen zwar ebenso wie auch den Marktplätzen Black Market Reloaded und Sheep Market große Mengen an Coinguthaben abhanden – die Silk Road 2.0 konnte aber offenbar durch einen Rückzahlungsplan das Nutzervertrauen zurückgewinnen.

Eine Analyse der Digital Citizens Alliance ergab zumindest, dass das aktuelle Drogenangebot des Nachfolgers bereits das des Vorgängers zum Zeitpunkt kurz vor der Abschaltung übersteigt. Zudem soll auch die Gesamtzahl der Online-Drogenmärkte gewachsen sein, wobei rund 43 Prozent des Handels unter den zwölf erfassten Darknet-Plattformen auf die Silk Road 2.0 entfallen sollen. (axk)

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