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Siltronic: Nachfrage nach 300-mm-Wafern wächst kontinuierlich

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Der Münchner Halbleiterzulieferer Siltronic hat am Dienstag in Freiberg sein neues Werk zur Produktion von 300- Millimeter-Siliziumscheiben für die Chipherstellung gestartet. Nach Unternehmensangaben ist es die weltweit modernste Großserien-Produktion für Wafer dieser Größe.

Rund 430 Millionen Euro wurden investiert. Mit Anfahren des Werkes sollen in diesem Jahr rund 125. 000 Wafer ausgeliefert werden. Bis zum Endausbau 2006/2007 sollen etwa 600 neue Arbeitsplätze entstehen. Bislang sind 570 Menschen beschäftigt. Siltronic ist der größte nichtjapanische Hersteller von Reinstsilizium-Wafern für die Halbleiterherstellung. Weltweit hat die Firma nach eigenen Angaben an den Standorten in Europa, in den USA, Asien und Japan rund 7000 Beschäftigte.

Die Nachfrage nach 300-Millimeter-Wafern steige kontinuierlich, sagte Vorstandschef Wilhelm Sittenthaler gegenüber dpa . Den Chipherstellern böten sie im Vergleich zu den 200-Millimeter- Vorgängerscheiben eine deutlich höhere Produktivität. Die Wafer der neuen Generation erhöhen die Produktivität der Chiphersteller um das 2,25-fache. Weil weniger Verschnitt anfällt, passen sogar etwa 2,4-mal so viele Chips gleicher Größe auf einen 300-mm-Wafer als auf die bisher üblichen 200-mm-Siliziumscheiben. Bezogen auf einen einzelnen Baustein soll die Herstellung auf 300-mm-Wafern etwa 30 Prozent billiger sein und weniger Energie und Wasser benötigen als die Fertigung auf 200-mm-Wafern.

Zum geplanten Börsengang sagte der Sprecher der Geschäftsführung der Siltronic-Muttergesellschaft Wacker-Chemie, Peter-Alexander Wacker: "Sobald sich das Marktumfeld beruhigt hat, sind wir jederzeit startbereit." Siltronic hatte die ersten Schritte zum Börsengang im März kurzfristig aufgegeben. Grund war die schlechte Börsenverfassung nach dem Terroranschlag in Madrid Mitte März. Mittlerweile gab es bereits Spekulationen, Siltronic wolle bereits im Juli einen neuen Anlauf für den Börsengang wagen -- eine Festlegung auf einen neuen Termin lehnte das Unternehmen offiziell aber bislang ab. (jk)