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Technology Review

Simulierter Mars-Flug erfolgreich beendet

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Die sechs Teilnehmer der Mars-Flug-Simulation verloren während der mehr als drei Monate im Raumschiff einiges an Gewicht.

(Bild: ESA)

In Moskau haben sich am heutigen Nachmittag die Luken eines Raumschiffnachbaus geöffnet, in dem sechs Teilnehmer eines Isolationsexperiments die vergangenen 105 Tage verbracht haben. Simuliert wurde ein (Teil-)Flug zum Mars, bei dem die Crew weitgehend auf sich allein gestellt war. Sie konnte in den über drei Monaten nur über Funk mit der Kontrollstation kommunizieren und musste dabei wegen der Signalverzögerung bis zu 40 Minuten auf jede Antwort warten. Es gab kein natürliches Licht, Platz und Gewichtskontingent waren begrenzt, der Zugang zu E-Mail rationiert. Ähnlich wie echte Astronauten führte die Crew während der "Reise" medizinische Experimente durch, bei denen neben der Psyche auch der Stoffwechsel und das Immunsystem im Fokus standen.

Zu den Teilnehmern dieser ersten Isolationsstudie des sogenannten Mars500-Projekts am russischen Institut für Biomedizinische Probleme (IBMP) gehörte auch der Deutsche Oliver Knickel. Er sei sehr stolz, dass das Team die Mission erfolgreich absolviert habe, erklärte der 29-jährige Maschinenbauingenieur und Hauptmann der Bundeswehr. Die sechs Freiwilligen verloren während der Isolation deutlich an Gewicht, sollen den Angaben zufolge aber in guter körperlicher Verfassung sein. Die einzige Frischkost lieferte ein kleines Gewächshaus, in dem Gemüse angebaut wurde. Das Experiment ist die Vorstufe zu einem 520-tägigen Test der russischen Weltraumagentur Roskosmos und der europäischen ESA, der dem Zeitraum einer echten Marsmission entspricht und in der zweiten Jahreshälfte mit neuen Teilnehmern ebenfalls in Moskau starten soll. (Peter-Michael Ziegler) / (pmz)

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