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Technology Review

Singapur: Stadtstaat testet autonome Taxis

Mit fahrerlosen Zubringern will Singapur den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen. Getestet werden soll, ob autonome Autos zu weniger Staus oder aber vielleicht genau dem Gegenteil führen.

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Singapur: Stadtstaat testet autonome Taxis

Wie werden sich Städte verändern, wenn fahrerlose Autos zunehmend Realität werden? Wird es noch Ampeln geben? Wird man noch Parkhäuser brauchen? Werden Fahrgemeinschaften zum Normalfall? Singapur möchte es herausfinden. In diesem Jahr gibt der Stadtstaat einen seiner Bezirke für fahrerlose Autos frei, damit sie dort ähnlich wie Sammeltaxis Passagiere zum Zug oder zu anderen öffentlichen Verkehrsmitteln bringen, berichtet Technology Review in seiner Februar-Ausgabe (seit Donnerstag am Kiosk oder online bestellbar). Dabei könnten die Fahrzeuge Golfkarren ähneln, nach dem Muster des vergangenen Jahres von Google präsentierten autonomen Autos.

Die Regierung wolle erkunden, ob autonome Fahrzeuge zu weniger Staus führen, sagt Lam Whee Shann, Leiter der Zukunftsabteilung im Verkehrsministerium. Möglicherweise könnten sie auch dabei helfen, die Stadt weitestgehend auf Fußwege, Fahrradfahren und öffentliche Verkehrsmittel auszurichten. Lam warnt jedoch: Genauso gut könnten autonome Autos auch zu mehr Straßenverkehr führen, falls Bürger das praktische neue Angebot intensiv nutzen.

Singapur ist sehr eng besiedelt und deshalb besonders an Möglichkeiten zur Stauvermeidung interessiert. Seit einigen Jahren fahren im Rahmen einer Allianz mit dem US-amerikanischen Massachusetts Institute of Technology (MIT) zwei fahrerlose Autos über den Campus der National University. 2014 kam ein für autonomes Fahren aufgerüsteter Mitsubishi i-MiEV dazu. Ein fahrerloser Bus namens Navia dient als Shuttle zwischen einem Cleantech-Industriepark und der Nanyang Technology University.

Bis zu einer gänzlich fahrerlosen Zukunft ist es allerdings auch in Singapur noch ein weiter Weg. Unter anderem müssten noch deutlich genauere Karten her, dreidimensional und mit einer Genauigkeit von 20 Zentimetern, sodass sich die rollenden Roboter besser orientieren können. (Michael Fitzgerald) / (bsc)

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