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Singapur will Iris-Scans aller Einwohner

Am 1. Januar starten die Behörden im Stadtstaat Singapur mit der Erfassung des Iris-Bildes ihrer Bürger. Wie gewohnt soll sich damit die Sicherheit erhöhen.

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(Bild: dpa, Daniel Reinhardt)

Einwohner von Singapur sowie ständige Besucher aus dem Ausland müssen ab dem 1. Januar ihre Iris scannen lassen, wenn sie einen Pass verlängern oder erneuern wollen. Neben den Fotos und den Fingerabdrücken sollen die Iris-Scans als weiteres biometrisches Merkmal zur Identifikation verwendet werden. Damit wird eine Entscheidung des Parlaments vom 10. November umgesetzt. Um die Erfassung zu beschleunigen, sollen auch einige besonders qualifizierte Postbeamte in den staatlichen Postämtern die Behörden bei der Erfassung unterstützen.

Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen an den Grenzkontrollpunkten Singapurs entsprechende Lesegeräte installiert werden. Desmond Lee, Minister für innere Angelegenheiten, verspricht sich von der Maßnahme eine erhöhte Sicherheit. Zudem verwies er laut ZDnet darauf, dass Iris-Scans eine erprobte Technik sei, die unter anderem auch in Deutschland eingesetzt werde.

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Iris-Erkennung gilt jedoch spätestens seit dem CCC-Kongress 2014 als unsicher. Dem Hacker Starbug zufolge lassen sich Iris-Attrappen selbst auf Basis von Bildern einer Handy-Kamera mit über zehn Megapixel fertigen. Bei dunklen Augen helfe eine Infrarotkamera, um Strukturauflösungen besser zu erkennen. Ausreichend sei am Ende ein Iris-Durchmesser von rund 75 Pixel. Starbugs Resümee: "Die Iris-Erkennung ist auch endgültig kaputt." Bereits 2012 hatte der US-Computerwissenschaftler Kevin Bowyer zudem nachgewiesen, dass es bei der Iris-Erkennung einen Vorlagen-Alterungseffekt gibt; ein einmal aufgenommenes Iris-Bild also mit der Zeit nicht mehr dem aktuellen Bild der Iris entspricht. (ll)

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