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Singularity University: Hightech-Enthusiasmus des Silicon Valley kommt nach Deutschland

Im Palais am Berliner Funkturm stellten CEO Rob Nail und zahlreiche Direktoren der Singularity University den aktuellen Stand sowie zukünftige Trends und Treiber der wichtigsten Techniken vor.

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Singularity University

Peter Diamondis spricht per Telepräsenzroboter zum Publikum

(Bild: SingularityU Germany Summit / Sebastian Gabsch)

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Die Singularity University aus dem Silicon Valley geht von einem zunehmend schnelleren Fortschritt in allen von der verfügbaren Rechenleistung beeinflussten Technikdisziplinen aus. Exponentielle Organisationen sollen sich dieses Potential zu nutze machen und statt inkrementellen Verbesserungen ihrer Produkte und Dienstleistungen völlig neue Ansätze entwickeln, welche die Leistungsfähigkeit bisheriger Ansätze um ein vielfaches übersteigen. Diese Zukunftsperspektive hat der SingularityU Germany Summit am 20. und 21. April nach Deutschland gebracht.

Der SingularityU Germany Summit fand im Palais am Berliner Funkturm statt.

(Bild: SingularityU Germany Summit / Sebastian Gabsch)

Im Palais am Berliner Funkturm stellten CEO Rob Nail und zahlreiche Direktoren der Singularity University den aktuellen Stand sowie zukünftige Trends und Treiber der wichtigsten Techniken für exponentielle Unternehmen vor und forderten die Teilnehmer auf, zur Lösung der großen Probleme beizutragen. Nail betonte dabei, dass in einer globalen Welt vor allem Risikobereitschaft und Experimentierfreude notwendig seien, um innovative Lösungen zu identifizieren, die in der enormen Dynamik der Märkte einen Wertbeitrag leisten könnten.

Unterstrichen wurde diese Einschätzung durch Peter Diamondes, Gründer der X Prize Foundation, der per Telepräsenz-Roboter auf der Bühne erschien und über In-Vitro-Fleisch sprach, das unabhängig von lebenden Tieren in Laborumgebungen als Zellkultur entsteht und schon in wenigen Jahren zur Welternährung beitragen könnte. Einblicke in die Bedeutung exponentieller Trends für Unternehmen gaben auch Sprecher der Sponsoren Telekom und VW sowie der Gründer des Berliner Startups Research Gate, das mit seinem sozialen Netzwerk für Wissenschaftler den Kommunikationsfluss und die Effizienz in der Forschung verbessern möchte.

AI-Veteran und Direktor für Artificial Intelligence an der Singularity University Neil Jacobstein betonte, dass sich die künstliche Intelligenz auch heute noch in einem frühen Stadium befinde, in formalisierten Gebieten wie der Rechtsprechung oder spezifischen Bereichen der medizinischen Diagnostik schon heute im Vergleich zum Menschen weitaus effizienter bessere Ergebnisse erzielen könne. Auch bei persönlichen Assistenten und dem Trendthema Chatbots seien enorme Fortschritte erzielt worden. Dennoch erfordere die Komplexität der unterschiedlichen von den Nutzern gestellten Aufgaben häufig einen hohen Anteil menschlicher Arbeit. Künstliche Intelligenz sei daher auch weniger als Ersatz, sondern als ergänzende Ressource zur menschlichen Intelligenz zu sehen, die durch Spezialisierung in immer mehr Disziplinen immer leistungsfähiger werde.

Stephan Balzer, Deutschlandbotschafter und Veranstalter des Singularity Summits, zufolge könnten sich in Zukunft vor allem jene Unternehmen am Markt behaupten, die Werte-orientiert agieren und einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Diese Entwicklung will er mit weiteren Veranstaltungen der Singularity University in Deutschland fördern. Ein Chapter für regelmäßige Treffen in Berlin hat er bereits gegründet und Gruppen in weiteren Städten dürften folgen. (anw)

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