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Skunk, die Drohne gegen Aufruhr

Ein südafrikanischer Hersteller hat eine Drohne im Angebot, mit der sich aus dem Ruder laufende Massenansammlungen wieder unter Kontrolle bringen lassen sollen. Dafür ist "Skunk" mit Lautsprecher, Laserlicht und nicht-letalen Druckluftwaffen ausgestattet.

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Das südafrikanische Unternehmen Desert Wolf hat eine Drohne entwickelt, die zur Kontrolle von Massen-Ausschreitungen gedacht ist. Das "Skunk“ genannte, achtrotorige UAV (Unmanned Aerial Vehicle) verfügt dafür laut Hersteller über vier Druckluftwaffen zum Verschießen von Pfefferspray-Munition, ferner Lautsprecher für Ansagen sowie Laser- und Stroboskoplichter.

Mit 80 Pfefferspray-Geschossen pro Sekunde aus 4 Läufen soll Skunk für Ruhe und Frieden sorgen.

(Bild: Desert Wolf)

Jeder der Waffenläufe soll 20 Geschosse pro Sekunde abfeuern können, wobei offenbar neben den Pfefferspray-Geschossen auch Paintballkugeln mit Farbfüllung oder stabile Gummigeschosse zur Auswahl stehen. Insgesamt soll die Drohne 4000 Schuss laden können und eine Nutzlast von 45 Kilogramm schaffen. Ferner soll Skunk mit zwei HD-Kameras sowie einer Wärmebild-Kamera für Einsätze im Dunkeln ausgestattet sein. Auch mehrere dieser Oktokopter in Formation könnten noch von einem Piloten gesteuert werden, verspricht Desert Wolf.

Der Hersteller bewirbt seine Drohne damit, dass mit ihrer Hilfe aus dem Ruder laufende Massenansammlungen wieder unter Kontrolle gebracht werden können, ohne dass sich Sicherheitspersonal in Gefahr begeben müsste. Einem Bericht der BBC zufolge hat der Hersteller bereits 25 Exemplare davon verkaufen können – an einen nicht genannten international operierenden Bergbaukonzern. Ebenfalls soll es demnach weitere Bestellungen unter anderem von Minenbetreibern aus Südafrika sowie Sicherheitsfirmen innerhalb und außerhalb Südafrikas geben.

Südafrikas Bergbaubetriebe sind offenbar häufiger von schweren Streiks betroffen, 2012 führte eine Eskalation bei einem Streik gegen den Minenbetreiber Lomin gar zu 44 Todesopfern. Ein Sprecher von Desert Wolf erklärte gegenüber der BBC, dass solche Ereignisse mittels "nicht-letaler“ Drohnentechnik vermieden werden könnten. Ein Vertreter des internationalen Gewerkschaftsbunds ITUC bezeichnete "Skunk“ laut BBC hingegen als „zutiefst verstörende und abstoßende Entwicklung“. Er sei sich sicher, dass eine vernünftige Regierung mögliche Einsätze solcher Technik gegen Streikende oder legale Demonstrationen unterbinden werde.

Desert Wolf plant laut BBC nun, potenzielle Kunden zu Schau-Flügen einzuladen, die in Europa, Afrika, Nord- und Südamerika stattfinden sollen. Die Drohne wurde erstmals bereits Mitte Mai bei einer Sicherheitstechnik-Messe in Südafrika präsentiert, wie der Fachdienst Defenceweb berichtete. (axk)

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