Menü

Skype kritisiert T-Mobile scharf wegen iPhone-Blockade

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 465 Beiträge
Von

Skype wirft der Deutschen Telekom vor, durch die Sperrung des Skype-Zugangs für Apples iPhone in UMTS/HSDPA-Mobilfunknetzen von T-Mobile den Wettbewerb zu behindern. Die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom hatte ihr Vorgehen damit erklärt, dass Internet-Telefonie das Netz übermäßig belasten könnte und eine hohe Sprachqualität bei Gesprächen nicht garantiert werden könne. Ein Skype-Manager wies dies im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa zurück. Bei Skype können Nutzer untereinander kostenlos telefonieren – damit könnten sie also die T-Mobile-Gesprächsgebühren umgehen.

Skype sei von der Telekom-Entscheidung überrascht worden, sagte Jean-Jacques Sahel, der bei der eBay-Tochter für Regulierungsfragen in Europa zuständig ist. Die Telekom schränke mit ihrem Vorgehen den Wettbewerb ein: "Die Netzwerkanbieter sollten die Nutzer selbst entscheiden lassen, welche Dienste sie nutzen", sagte Sahel. Skype hoffe nun darauf, dass dies bei der Reform der europäischen Telekommunikations-Gesetzgebung festgeschrieben werde, die in etwa einem Monat beschlossen werden soll.

Seit der Veröffentlichung am Dienstag sei die Skype-Software für das iPhone weltweit mehr als eine Million Mal heruntergeladen worden, sagte Sahel. Trotz der breiten Nutzung seien keine Netzwerkprobleme bekanntgeworden. "Die technischen Einwände der Telekom sind völlig unberechtigt", sagte Sahel; zuvor hatte Skype-Mitarbeiter Robert Miller im offiziellen Skype-Blog die Erklärungen der Deutschen Telekom bereits als Aprilscherz auf dem Rücken der deutschen Skype-Anwender bezeichnet.

Skype prüfe nun das weitere Vorgehen, nähere Angaben zu möglichen Plänen machte Sahel nicht. Alle Mobilfunk-Anbieter in Deutschland blockierten die Internet-Telefonie vertraglich, räumte Sahel ein. Bei den Nutzern habe man schon seit langem Interesse an Skype auf dem Handy festgestellt, sagte der Skype-Manager. Für das Unternehmen ist der Vorstoß auf Mobiltelefone ein Schlüsselelement der Strategie "Skype Everywhere", sich also als Anbieter von Kommunikationssoftware über verschiedene Plattformen hinweg zu etablieren. Erst im Februar hatte Skype angekündigt, dass der Handy-Weltmarktführer Nokia den Dienst auf einigen Modellen vorinstallieren wird. (dpa) / (thl)