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Skype übersetzt jetzt auch deutsche Gespräche live

Der Skype Translator für Videochats und Telefonate übersetzt nun auch Deutsch und Französisch.

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Skype übersetzt jetzt auch deutsche Gespräche live

Die Skype-Translator-Vorschau unterstützt bei Audio-Calls neuerdings Deutsch und Französisch. Insgesamt übersetzt Skype damit von und zu sechs gesprochenen Sprachen: Neben den beiden neuen sind das Englisch, Spanisch, Italienisch und Mandarin. Bei Sofortnachrichten unterstützt Microsofts Kommunikationsdienst derzeit 50 Sprachen.

Ein Transkript des übersetzen Gesprächsverlaufs ergänzt die synthetische Sprachausgabe.

(Bild: Microsoft)

Die maschinelle Übersetzung erfolgt komplett Server-basiert. Derzeit müssen die Gesprächsteilnehmer zustimmen, dass ihr Gespräch dabei aufgezeichnet wird. Die Aufnahmen und Transkripte werden ohne Verweis auf die zugehörigen Skype-User-Daten gespeichert und dienen ausschließlich der Analyse durch Muttersprachler, um den Translator konstant zu verbessern, so Chris Wendt, Group Manager Machine Translation bei Microsoft.

Der Anrufer benötigt den Skype-Desktop-Client für Windows 8.1. Der Angerufene kann auch einen anderen Skype-Client auf einer anderen Plattformen verwenden. Technisch erfolgt die Übersetzung in vier Stufen: Zunächst setzt eine Spracherkennung, die auf komplexe neurale Netze setzt, das Gesprochene in Text um. Anschließend bereinigt ein Sprachkorrektur-Modul den Text von Wiederholungen und Füllwörtern wie „ääh“. Im nächsten Schritt findet die Übersetzung statt, bei der das Englische als Zwischenschritt dient, falls es weder Quell- noch Zielsprache ist. Schließlich sorgt ein Text-to-Speech-Modul für die synthetische Sprachausgabe.

Microsoft erklärt mit einer Infografik den Übersetzungsprozess.

(Bild: Microsoft)

Letztere darf der Benutzer abschalten und sich so das Gespräch wie einen fremdsprachigen Film untertiteln lassen. Während das Gegenüber spricht, erscheint der übersetzte Text im Chat-Fenster. Auch die eigenen Worte werden dort – in der eigenen Sprache - angezeigt. Auf die Weise erkennt der Sprecher, wenn die Spracherkennung grobe Patzer macht. Der Translator kann auch als reines Spracherkennungssystem arbeiten und für Hörgeschädigten das Gesprochene in Text umsetzen.

Bei einem kurzen Versuch machte der Übersetzer bei deutlichem Sprechen einen durchaus brauchbaren Eindruck, leidet aber noch unter Kinderkrankheiten. Beispielsweise hat er mit der deutschen Höflichkeitsform "Sie" Probleme. Auch scheint die Sprachkorrektur für das Deutsche noch nicht gut zu funktionieren, sodass beispielsweise Räuspern übereifrig mit beliebigen Wörtern übersetzt wird. Einen Sprachwechsel erkennt das System derzeit noch nicht: Ein ins Gespräch eingeworfener englischer Satz bekommt in der Übersetzung geradezu dadaistische Qualitäten. (jo)