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Slay the Spire angespielt: Kartenspiel trifft Dungeon-Crawler

Der erste Eindruck trügt. Hinter der unspektakulären Comic-Grafik von Slay The Spire steckt ein cleverer Mix aus Sammelkartenspiel und Dungeon-Crawler, der einfach zu verstehen, aber schwer zu meistern ist.

Slay The Spire angespielt: Kartenspiel trifft Dungeon-Crawler

(Bild: heise online)

Eine Runde geht noch. Indie-Entwickler Mega Crit Games gelingt mit dem Early-Access-Hit Slay The Spire ein motivierender Genremix, von dem man nicht so leicht loskommt.

Das Ende ist nah. Meine Lebenspunkte sind praktisch auf Null gesunken und mein Gegner, ein fieser Sensenmann, der mir seine Minions auf den Hals hetzt, grunzt vor sich hin und holt zu einem vernichtenden Schlag aus. Was soll ich tun? Eine Karte spielen, um zu blocken? Ihn mit einem Debuff schwächen? Oder soll ich den Stärke-Trank nehmen und sprichwörtlich alles auf eine Karte setzen, um dem Endboss den Garaus zu machen?

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Diese Fragen gehören zum Alltag in Slay The Spire. Mein Auftrag ist eigentlich simpel: Ich wähle einen von zwei Helden und steige hinab in ein dunkles Kellergewölbe in dem Monster und Schätze auf mich warten. Der Kniff: Statt im Kampf einfach draufloszuhauen, spiele ich Karten aus. Es gibt Angriffs- und Verteidigungskarten, Buffs und Debuffs sowie Karten, bei denen alles zusammenkommt. Je länger ich spiele, desto größer werden mein Kartendeck und meine spielerischen Möglichkeiten. Schon nach einer Niederlage ist alles vorbei und ich muss von vorne anfangen.

Auf dem Papier klingt dieses Spielprinzip nach einem typischen Dungeon-Crawler, aber die Entwickler glänzen in den Details. Die beiden bisher freigeschalteten Charaktere spielen sich durch ihre individuellen Kartendecks sehr unterschiedlich, in Shops kann ich Karten und Tränke kaufen und sogenannte Artefakte geben mir dauerhafte Boni. Schnell ertappe ich mich dabei, wie ich ständig eine neue Runde starte, weil ich neue Karten freischalten will, um ein Stück weiterzukommen. Je größer das Kartendeck, desto kleiner wird der Glücksfaktor. Aber auch ein sehr kleines, spezialisiertes Kartendeck kann zum Erfolg führen.

Laut Entwickler soll das Spiel im Spätsommer die Early-Access-Phase verlassen. Bis dahin sind mehrere größere Updates geplant, die neue Charaktere freischalten. Vielleicht ändert sich bis zum Release auch etwas an der simplen Comicgrafik. Die bietet bisher nämlich kaum Details und Animationen.

Man nehme einen Dungeon Crawler, mixe ihn mit einem Sammelkartenspiel im Stil von Hearthstone und fertig ist der neue Indie-Hit. Mega Crit Games erfinden das Genre zwar nicht neu, aber sie sorgen mit cleveren Ideen für eine spannende Mischung, die sich als motivierender Zeitfresser entpuppt. Dennoch könnte Slay the Spire auf Dauer etwas Abwechslung vertragen. Neue Charaktere und Kartendecks sind unbedingt notwendig, um uns Spieler bei der Laune zu halten. Schön wäre es außerdem, wenn man sein Kartendeck am Anfang auswählen könnte, um die Strategie besser zu planen. Bis zur Veröffentlichung hat Mega Crit Games noch genug Zeit, um an diesen Details zu feilen. Schon jetzt fesselt Slay the Spire stundenlang an den Monitor.

Slay The Spire ist als Early-Access-Titel für den PC erschienen und kostet 16 Euro. Für unser Angespielt haben wir ein paar Stunden gespielt. (Andreas Müller) / (dahe)

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