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Smart Borders in FFM: Pilotprojekt für automatische Einreiseabfertigung

Einreisende aus Drittstaaten sollen am Frankfurter Flughafen ihre Passdaten und biometrischen Merkmale selbst ins Grenzkontrollsystem einspeisen und so den Ablauf der Grenzkontrolle beschleunigen.

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Schengenraum-Pilotprojekt Smart Borders in Frankfurt gestartet

(Bild: Bundespolizei)

Am Frankfurter Flughafen hat am Donnerstag ein Projekt der Smart Borders Initiative der EU begonnen. Wie die Bundespolizei mitteilt, können aus Drittstaaten in die EU einreisende Personen an vier Selbstbedienungsterminals ihre persönlichen Daten vorab eingeben. Dies betrifft auch ihre biometrischen Merkmale, wie diese im Pass gespeichert sind.

Im Testbetrieb kommt ein Easykiosk von Secunet zum Einsatz, der Fingerabdrücke, Gesichts- und Iris-Scan anfertigt und zusammen mit den Passdaten an die Grenzkontrolle weiterleitet. Mit dieser freiwilligen Vorabprüfung soll die Grenzkontrolle beschleunigt werden. Das Pilotprojekt für "intelligente Grenzkontrollen an den Schengen-Außengrenzen" soll bis Mitte 2017 laufen und ist eine der Vorarbeiten für das geplante gesamteuropäische Ein- und Ausreiseregister.

Wie Secunet in der Beschreibung des Easykiosks angibt, erfolgt die Bedienung an einem großen Touchscreen mit einer non-verbalen sprachunabhängigen Benutzerführung, die auch bei ungeübten Benutzern funktionieren soll. Ihnen wird signalisiert, wie sie den Pass einzulegen haben und wohin sie blicken müssen, die für die biometrische Merkmalsextraktion erforderliche Anpassung der Scanner erfolgt automatisch.

Die so gewonnenen Daten werden in den "hoheitlichen Hintergrundsystemen" (z.B. Fahndungsdatenbank, Visa-Informationssystem, geplantes Voranmeldesystem) geprüft und für die weitere Verarbeitung zwischengespeichert. Erst danach geht der Einreisende an den Schalter der Grenzkontrolle, an dem die sonst zeitfressende Übergabe der biometrischen Daten entfallen kann.

Ob hinter dem System mit den Daten aller Einreisenden in den europäischen Schengenraum eine der größten biometrischen Datenbanken aufgebaut wird, muss die EU noch entscheiden. Eine im Oktober veröffentlichte Studie über die bisher durchgeführten Smart Border-Projekte spricht von einer großen Diskrepanz bei der erreichten Datenqualität und bei der Beschleunigung der Grenzkontrolle.

Auch ist die Akzeptanz solcher Systeme noch vergleichsweise gering. Bezogen auf den ersten Frankfurter Pilottest mit dem Schleusungssystem von Secunet ergab eine Befragung der Betroffenen, dass zwischen 22 und 32 Prozent der Einreisenden eine Passkontrolle durch einen Grenzbeamten als weniger entwürdigend empfunden wurde als die Abfrage von Biometriedaten durch eine Maschine. (axk)

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