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Smart Home: ZigBee-Produkte sollen in Thread-Netzwerken laufen

Die bislang um die Vorherrschaft im smarten Heim und beim Internet der Dinge konkurrierenden Funkstandards sollen nach Willen ihrer Macher künftig zusammenarbeiten.

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(Bild: ZigBee Alliance)

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Die ZigBee Alliance und die Thread Group haben offiziell bekanntgegeben, künftig zusammenzuarbeiten. Ziel sei es, dass nach dem ZigBee-Standard funkende Geräte aus dem Bereich Smart Home beziehungsweise Internet der Dinge in Thread-Netzwerken zum Einsatz kommen können. Hierzu wird die sogenannte ZigBee Cluster Library (ZCL, für Details siehe etwa dieses PDF), die die Kommunikation zwischen einzelnen Geräten beschreibt, an die Thread-Architektur angebunden.

Die Hue-Bridge wird per Ethernet am Router angeschlossen und verbindet das ZigBee-Netz der Philips-Leuchtmittel mit der IP-Welt.

Das ZigBee-Protokoll ist sehr erfolgreich bei vernetzten LED-Leuchtmittel. Der Standard, konkret sein Profil Light Link, kommt beispielsweise in Produkten von Philips, Osram und General Electric zum Einsatz. Mit der Spezifikation 3.0 will sich die ZigBee Alliance als federführende Organisation zudem neu sortieren, um auch andere Bereiche des Smart Homes zu erobern.

Mitte vergangenen Jahres waren dunkle Wolken für die Allianz aufgezogen: Google-Tochter und Smart-Thermostat-Hersteller Nest, einst Verfechter des ZigBee-Protokolls, entwickelte da nämlich in der sogenannten "Thread Group" gemeinsam mit ARM, Silicon Labs und Samsung ein neues Verfahren zur Smart-Home-Vernetzung. Wie ZigBee setzt es auf der IEEE-Spezifikation 802.15.4 auf, kommt aber ohne das Protokoll selbst aus. Dass die neue Gruppe seinerzeit anmerkte, existierende ZigBee-Produkte wie Hue-Lampen und Nest-Thermostaten ließen sich per Firmware zu Thread kompatibel machen, werten manche Experten als offene Drohung.

Erst vor wenigen Tagen hatte NXP Semiconductors zudem einen Wireless-Mikrocontroller inklusive passender Software angekündigt, mit dem sich Smart-Home-Lösungen nach den ZigBee-Profilen Light Link, Home Automation und Green Power realisieren lassen – und der auch für das IP-basierte Drahtlosprotokoll der Thread Group vorbereitet ist.

In der Pressemitteilung zur beschlosenen Zusammenarbeit ist nun zu lesen, man wolle mit dem Schritt die "Fragmentierung in der Industrie reduzieren". Wahrscheinlich haben die Gruppen aber auch gemerkt, dass bei einem Kampf gegeneinander beide auf der Strecke bleiben könnten. Immerhin streben auch andere Funkstandards nach der Vorherrschaft im smarten Heim und beim Internet der Dinge – allen voran Z-Wave und Bluetooth Smart. (nij)