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Smart Meter messen oft falsch

Niederländische Forscher stellen bei zugelassenen elektronischen Energiezählern starke Messfehler bei gängigen elektrischen Lasten fest und kritisieren die Zulassungsvorschriften.

Smart Meter

Smart Meter neben Ferraris-Zählern

Professor Frank Leferink von der Universität Twente hat in Kooperation mit der Amsterdam University of Applied Sciences neun Smart Meter getestet. Diese elektronischen Drei-Phasen-Energiezähler aus den Baujahren 2004 bis 2014 entsprachen den gesetzlichen Vorgaben, maßen aber trotzdem den Energiebedarf bestimmter elektrischer Verbraucher extrem falsch: Bei stark nichtlinearen Lasten ermittelten einige Zähler einen um bis zu 582 Prozent zu hohen Energiebedarf, andere einen um 46 Prozent zu niedrigen.

Zu den Verbrauchern, welche die Zähler überfordern, gehören demnach vor allem LED-Lampen und Energiesparlampen, deren Helligkeit über Dimmer gedrosselt wurde. In den Smart Meters, die dabei deutlich zu hohe Werte zeigten, waren durchweg Rogowski-Spulen zur Strom-"Messung" eingebaut. Energiezähler mit Hall-Sensoren ermittelten eher zu niedrige Werte.

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Professor Leferink kritisiert die Spezifikationen für elektronische Energiezähler in den Niederlanden: Diese würden die Eigenschaften moderne Leuchten und anderer Geräte mit elektronischen Vorschaltgeräten und Schaltnetzteilen nicht ausreichend berücksichtigen. Deshalb seien die vermessenen Energiezähler trotz ihrer Messfehler zulässig. Folglich haben Stromkunden bisher kaum Chancen, sich gegen solche Messfehler zu wehren: Die Energiezähler halten geltende Vorschriften ja ein.

Die Studie "Static energy meter errors caused by conducted electromagnetic interference" wurde in der Ausgabe 4/16 der Zeitschrift IEEE Electromagnetic Compatibility Magazine veröffentlicht (DOI: 10.1109/MEMC.2016.7866234).

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(ciw)
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