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Smart Meter mit Messfehlern: Laut PTB und VDE kein Problem

Laut der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) sind Messfehler bei älteren intelligenten Stromzählern bekannt, bei neueren behoben und allgemein kein Problem.

Smart Meter (links) neben Ferraris-Zähler (rechts)

Smart Meter (links) neben Ferraris-Zähler (rechts)

Die Phyiskalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) hat zu den Messfehlern von Smart Meters, die niederländische Forscher festgestellt haben, eine längere Stellungnahme veröffentlicht. Die lässt sich in drei Halbsätzen zusammenfassen: Das Problem ist seit zehn Jahren bekannt, aber für die Praxis kaum relevant und seit 2010 im Wesentlichen behoben. Trotz der Messfehler bei bestimmten Verbrauchern mit stark verzerrter Stromaufnahme (nichtlineare Lasten) gebe es keine Anzeichen, dass der Messfehler des gesamten elektrischen Energiebedarfs pro Jahr größer als 2 Prozent sei. Und das entspricht der geforderten Messgenauigkeit (Verkehrsfehlergrenze von Energiezählern der Genauigkeitsklasse 2).

Im Wortlaut liest sich die PTB-Stellungnahme sehr kompliziert. Die PTB will demnach die Untersuchung der niederländischen Forscher genau auswerten und prüfen, ob sich daraus neue Fragen ergeben.

Mittlerweile hat sich auch der VDE beziehungsweise das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) zu dem Thema geäußert. Auch der VDE|FNN will die Ergebnisse der TU Twente weiter analysieren. Bei den elektronischen Stromzählern, die ab 2020 möglicherweise auch in Privathaushalten Pflicht werden, sind aber laut VDE bisher keine größeren Messfehler zu erwarten:

"Es ist bekannt, dass verschiedene Störeffekte zu Fehlmessungen führen können, beispielsweise die zunehmende Verbreitung von Energiesparlampen und LEDs sowie dezentrale Einspeisung erneuerbarer Energien. Ursache dafür sind hochfrequente Ströme im Frequenzbereich von 2 kHz bis 150 kHz, die etwa ein Solar-Wechselrichter erzeugen kann, wenn eingebaute Filter nicht ausreichend dimensioniert sind.

Vor diesem Hintergrund hat VDE|FNN im Jahr 2010 zusammen mit der VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut GmbH umfangreiche Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen sind in einen FNN-Hinweis eingeflossen ("Leitfaden zur Bewertung der Zuverlässigkeit und Messbeständigkeit von Elektrizitätszählern und Zusatzeinrichtungen"). Er beschreibt erweiterte Anforderungen an Prüfverfahren, die eine systematische Bewertung der Zuverlässigkeit von Stromzählern ermöglichen. Seit 2011 erleichtert dieser Leitfaden die Entwicklung von Geräten, die im Betrieb resistent gegenüber Störeinflüssen sind.

VDE|FNN hat für den anstehenden Rollout moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme in Deutschland einen Basiszähler definiert und dabei Bezug auf den Leitfaden genommen. Bisher sind keine Fehlmessungen an Geräten bekannt, die nach FNN-Lastenheften entwickelt wurden."

(ciw)

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