Smart Parking könnte knapp eine Million Tonnen CO2 einsparen helfen

Die FDP wollte wissen, was die Bundesregierung gegen den Parkplatzsuchverkehr tut. Diese hat nun auf die Anfrage geantwortet.

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"Parkplatz finden statt Parkplatz suchen" heißt es bei Siemens.

(Bild: Siemens)

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Intelligente Parksysteme – auch Smart Parking genannt – für Autos könnten helfen, bis 2030 jährlich 0,4 Millionen bis 0,9 Millionen Tonnen CO2 gegenüber 2015 einzusparen. Das hat das Beratergremium Nationale Plattform Zukunft der Mobilität laut Bundesregierung errechnet. Dabei würden sämtliche kommunale Parkplätze mit entsprechender Sensorik ausgestattet und der Parksuchverkehr vollständig vermieden.

Weiter geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, dass eine Studie im Auftrag des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) aus dem Jahr 2015 mit einer CO2-Einsparung von jährlich 0,5 Millionen Tonnen zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen sei.

Parksuchverkehre seien für etwa 30 Prozent des Verkehrs in deutschen Städten verantwortlich, zeigen besagte Studien nach Angaben der FDP. Ein Autofahrer benötige im Durchschnitt etwa acht Minuten, um einen Parkplatz zu finden, lege in dieser Zeit durchschnittlich 4,5 Kilometer zurück und stoße etwa 1,3 kg CO2 aus. Durch den Zeitverlust, die Abgasbelastung und den Kraftstoffverbrauch entstünden jedes Jahr Gesamtkosten in Höhe von nahezu 45 Milliarden Euro.

In ihrer Antwort führt die Bundesregierung gut 40 Projekte für Parksysteme auf, die im Rahmen der Förderrichtlinie "Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme" gefördert werden. Dazu gehört beispielsweise ein "Intelligentes Verkehrsmanagement zur Reduktion von Parksuchverkehren bei überregionalen Events" in Hannover, ein Parkleitsystem in der Stuttgarter Innenstadt und die Ausstattung von P+R-Plätzen mit smarter Parkplatzdetektion in Aachen, Pulheim und Herzogenrath.

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Um das Parkplatzmanagement an deutschen Autobahnen zu verbessern, erstelle die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ein "Konzept für ein bundeseinheitliches Lkw-Parkleitsystem (PLS) auf den Bundesautobahnen (BAB). Die Wirkungen von PLS würden auf den Pilotanlagen im Zuge der A45 zwischen dem Langenselbolder Dreieck und dem Gambacher Kreuz in Hessen und auf der A9 in Bayern zwischen den Autobahnkreuzen Neufahrn und Nürnberg evaluiert. Neben einer weiteren Pilotanlage auf der A5 im Zulauf zur Schweizer Grenze würden mehrere Lkw-Parkleitsysteme in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auf der A61, in Bayern auf der A3, A8 und A93 sowie in Schleswig-Holstein im Zuge der A7 geplant beziehungsweise umgesetzt. (anw)