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SmartHome-Konzepte im realitätsnahen Test

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Die TU Berlin und die T-Labs der Deutschen Telekom haben zusammen mit sieben weiteren Partnern einen Showroom für SmartHome-Konzepte in Betrieb genommen. Sie wollen dort die in dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten "Service Centric Home"-Projekt (SerCHo) entwickelten SmartHome-Dienste unter realitätsnahen Bedingungen testen und der Fachöffentlichkeit präsentieren wollen.

Die Partner im SerCHo-Projekt verfolgen mit Hilfe von softwarebasierten "persönlichen Assistenten" einen diensteorienterten Ansatz zur Heimvernetzung: Im Gegensatz zu der gewohnten gerätegebundenen Bedienung soll der Benutzer geräteübergreifend die Assistenten als allgegenwärtig verfügbare Dienstleistung wahrnehmen. Als Vernetzungsplattform dienen dabei Zigbee, EIB, UPnP und IP. Ein Operator Gateway sorgt für die Anbindung an eine Service-Provider-Plattform, über die der Nutzer Service-Management-Funktionen und Dienste abonnieren kann. So soll er über ein Diensteportal diejenigen Assistenten auswählen und aktivieren können, die ihm persönlich den größten Nutzen versprechen.

In SerCHo wurden unter anderem ein personalisierter "Intelligent Electronic Program Guide" und ein "Personal Calling Assistant" entwickelt. Mit letzterem kann man seine Erreichbarkeit steuern und sehr differenziert kontrollieren, wann und wie man angerufen werden will. Die umfangreichen Parametereinstellungen – etwa für ausgewählte Anrufergruppen ("Familienmitglied", "Kunde", "unbekannt"...) oder dem persönlichen Kontext ("daheim", "im Urlaub", "auf Geschäftsreise" ...) – werden dabei menügeführt mit der Fernbedienung oder sprachgesteuert am heimischen TV-Bildschirm vorgenommen.

Zur Eröffnung präsentierten die Akteure auch den "4-Star Cooking Assistant", der das häusliche Kochen sprachgesteuert mit einem Rezeptfinder und einer Kochhilfe unterstützt, die beide auf dem Home Server installiert sind: Der Rezeptfinder stützt sich auf eine Rezeptdatenbank und generiert anhand vorhandener Kontextdaten wie Kücheninventar, Anzahl der Portionen, Diäten und Nutzerpreferenzen zu Schlüsselworten Kochvorschläge. Das Kochhilfe-Modul wiederum gliedert ein ausgewähltes Rezept in Teilschritte und hilft bei der Zubereitung, indem es via Display oder Sprachausgabe die entsprechenden Hinweise gibt.

Ein weiterer Haushaltshelfer ist der SmartHome Energy Assistant (SHEA), der zum einen die mit dem Home Server verbundenen Energieverbraucher überwacht und deren Verbrauchsdaten protokolliert, so dass sich die Lastverläufe einzelner Geräte oder beliebig zusammengestellter Gerätegruppen grafisch darstellen und nachvollziehen lassen. Zum anderen kann man mit ihm komplexe häusliche Prozesse automatisieren und mit zeitlichen oder örtlichen Bedingungen verknüpfen, wie etwa dem aktuellen Lastzustand bestimmter Geräte oder der Identifikation anwesender Personen. Nach Angaben von Sahin Albayrak, der das DAI-Labor für "Distributed Artificial Intelligence" an der TU Berlin leitet, soll SHEA überdies lernfähig sein und den Nutzer auf Energiesparmöglichkeiten im Haus hinweisen können.

Der Showroom biete "Schlüsseltechnologien zum Anfassen", meinte Andreas Goerdeler, der Leiter des Referats Multimedia im Bundeswirtschaftsministerium, zur Eröffnung. Angesichts der fernöstlichen Konkurrenz bei den Entwicklungen im SmartHome-Bereich müsse sich die Bundesrepublik sputen, ihre Standortstärken auf den Gebieten der Hauselektronik, der Heizungs- und Klimatechnik und der Software-Entwicklung auszuspielen.

SerCHo ist eines von elf Vorhaben zu vernetzten Lebens- und Arbeitswelten, die das BMWi im Rahmen das Programms "Next Generation Media mit insgesamt 40 Millionen Euro fördert. An dem Projekt sind neben dem T-Lab und der TU Berlin Alcatel-Lucent Deutschland, Cycos, SevenSenses, Prosyst Software und Siemens, sowie als Marketingpartner der IT-Branchenverband Bitkom und das Marktforschungsunternehmen WIK-Consult beteiligt. (Richard Sietmann) / (jk)