Smarte Projektion

Forscher der Uni Weimar projizieren mit Beamern auf beliebige Oberflächen.

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Von
  • Richard Jahn

Forscher der Uni Weimar haben ein Verfahren entwickelt, mit dem man Projektionen von Beamern an die Farbe und Oberflächenstruktur beliebiger Hintergründe anpassen kann. Diese Methode beschränkt sich nicht nur auf einfarbige Hintergründe, sondern ermöglicht es dem Anwender, Bilder auf mehrfarbige Wände und Tapeten zu projizieren.

Die Projektion auf einen Vorhang: Unten mit, darüber ohne Korrektur

Zur Projektion eignet sich jeder handelsübliche Beamer, die Eigenschaften der "Leinwand" nimmt ein normaler Camcorder auf. Diese Aufnahmen werden per TV-Karte in einen PC eingespeist, der dann in etwa 30 Sekunden mit verschiedenen Testbildern die Eigenschaften der Projektionsfläche analysiert und fortan das projizierte Bild des Beamers hinsichtlich Farbe, Helligkeit und Geometrie korrigiert. Projektionen auf karierte Vorhänge, gemusterte Tapeten oder blankes Mauerwerk sind ebenso möglich wir die Projektion in Raumecken. Mit mehreren Beamern lassen sich zudem Schattenwürfe vermeiden oder die Bildhelligkeit erhöhen, da das Verfahren skalierbar ist.

Da alle Korrekturen digital vorgenommen werden, gehen Veränderungen der Bildgeometrie immer einher mit einer Reduzierung der Auflösung. Zudem benötigt die Projektion auf einen dunklen Untergrund einen hellen Beamer oder stark abgedunkelte Räume.

Einschränkend ist lediglich die Auflösung des Camcorders: Die PAL-Auflösung (720 Bildpunkte in 576 Zeilen) reicht zum Beispiel nicht aus, um die feinen Strukturen einer Raufaser-Tapete zu korrigieren. In solchen Fällen braucht man höher auflösende Kameras, zum Beispiel Digitalkameras. Sonst bedarf es keiner großen Änderungen, da die benutzte Software auch bei Einsatz eines Camcorders nur Standbilder auswertet. Versuche mit Digitalkameras werden derzeit an der Uni Weimar unternommen.

Die Software für das Verfahren soll in Zukunft möglicherweise als Open Source für Jedermann frei erhältlich sein. Zusätzlich versucht die Uni Weimar, Partner in der Industrie zu finden. (rij)