Smartphone-Prozessoren: Qualcomm weiter führend, aber Wachstum vor allem bei Billig-SoCs

Qualcomm streicht laut Marktforschern 48 Prozent des weltweiten Umsatzes mit Smartphone-Prozessoren ein, doch MediaTek und Broadcom legen zu – und Intels Atom kann 0,2 Prozent Anteil ergattern.

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Von
  • Christof Windeck

Der rasch wachsende Smartphone-Markt füllt laut den Marktforschern von Strategy Analytics auch die Taschen der Chiphersteller. In einer auszugsweise veröffentlichten Studie zum zweiten Quartal 2012 geht es um die sogenannten Applikationsprozessoren, also oftmals ARM-SoCs wie Qualcomm Snapdragon S4, Samsung Exynos, TI OMAP oder Apple A6. Demnach wurden im ersten Halbjahr 2012 insgesamt 5,5 Milliarden US-Dollar mit solchen Bauelementen umgesetzt. Im zweiten Quartal entfielen 48 Prozent des Umsatzes auf den Marktführer Qualcomm. Die vier folgenden Top-5-Positionen besetzten demnach Samsung, MediaTek, Broadcom und Texas Instruments (TI).

Gewaltiges Wachstum, nämlich um den Faktor 13 im Jahresvergleich, konnte angeblich der taiwanische Hersteller MediaTek erzielen. Er hatte kürzlich etwa Lenovo als Kunden gewinnen können, im 7-zölligen IdeaPad A2107 steckt beispielsweise das Cortex-A9-SoC MT6575 und der WLAN/GPS/Bluetooth-Chip MT6620. Kein Wunder, dass TI angesichts solcher Zuwachsraten der asiatischen Konkurrenz seinen Rückzug aus dem Smartphone- und Tablet-Geschäft plant – zumal laut Cadence die Entwicklung eines modernen SoC mehr als 40 Millionen US-Dollar verschlingen kann.

Mehr Erfolg als TI hat hingegen Broadcom, laut Strategy Analytics wiederum mit billigeren SoCs: In Samsungs Galaxy Ace, Galaxy Y Duos, Galaxy Pocket und Galaxy Pocket Duos steckt nach anderen Quellen jeweils der Broadcom BCM21553 mit ARM11-Kern (ARMv6), GPU und integriertem UMTS-Modem aus der 65-nm-Fertigung.

Von den restlichen acht SoC-Hersteller, deren Marktglück Strategy Analytics seit 2008 untersucht, erwähnen die Marktforscher nur noch zwei. STMicroelectronics, wo die ARM-SoC-Sparte zurzeit umstrukturiert wird, konnte demnach die höchsten Novathor-Verkaufszahlen seit mehr als vier Jahren erzielen. Und Intel konnte mit dem Atom Z2460 und Z2480 demnach 0,2 Prozent Marktanteil ergattern. (ciw)