Smartphones: Neue Technik für einen langsamer wachsenden Markt

Die Marktforscher sind sich einig: Der große Boom bei Smartphones ist vorbei. Um so wichtiger werden neuen Techniken wie Biometrie oder Virtual Reality für die Hersteller.

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Indien

Die Märkte in den alten Industrieländern sind gesättigt, das Wachstum findet in Indien und China statt.

(Bild: dpa, Piyal Adhikary)

Von
  • Volker Briegleb

Marktforscher gehen davon aus, dass sich das Wachstum auf dem weltweiten Smartphone-Markt weiter abschwächt. In diesem Jahr werde der Markt um 7 Prozent auf rund 1,5 Milliarden neu verkaufte Geräte wachsen, erwarten die Smartphone-Experten von Gartner. Im vergangenen Jahr war der Markt noch um 14 Prozent gewachsen. Die Analysten von IDC rechnen mit einem ähnlichen Marktvolumen, kommen dabei aber nur auf ein Wachstum von 3 Prozent.

"Der Smartphone-Markt wird nicht mehr auf dem Niveau der vergangenen sieben Jahre wachsen", sagte Gartner-Analystin Roberta Cozza. Den Höhepunkt habe 2010 bei einem Wachstum von 73 Prozent gelegen, inzwischen seien die Kernmärkte in Nordamerika, Europa, Japan und einigen Regionen Asiens nahezu gesättigt. Besitzer eines Premium-Smartphones kaufen hier im Schnitt alle zweieinhalb Jahre ein neues.

Smartphone-Verkäufe 2016 nach Hersteller, Gartner
Hersteller 1. Quartal 2016 1. Quartal 2015 Absatz +/-
Geräteabsatz Marktanteil Geräteabsatz Marktanteil
Samsung 81,2 Mio. 23,2 % 85,5 Mio. 30,4 % -5,1 %
Apple 51,6 Mio. 14,8 % 43,1 Mio. 15,3 % +19,9 %
Huawei 28,9 Mio. 8,3 % 16,7 Mio. 5,9 % +72,6 %
Oppo 16,1 Mio. 4,6 % 13,5 Mio. 4,8 % +19,8 %
Xiaomi 15,0 Mio. 4,3 % 11,2 Mio. 4,0 % +34,4 %
Andere 156,4 Mio. 44,8 % 111,7 Mio. 39,7 % +40,0 %
Gesamt 349,3 Mio. 281,6 Mio. +24,0 %
Gartner, Mai 2016

Die Musik spielt inzwischen in China und Indien, was sich auch in den Hersteller-Charts der Marktforscher widerspiegelt. Während in den vergangenen Jahren Traditionshersteller wie Sony oder LG auf den oberen Plätzen hinter Samsung und Apple rangierten, finden sich da nun chinesische Firmen wie Huawei, Oppo, Xiaomi oder Vivo.

Die Smartphones der chinesischen Newcomer finden mit ihrem guten Preis-Leistungsverhältnis auch über den wichtigen Heimatmarkt hinaus Anklang beim Verbraucher. Dabei müssen sie dem Innovationstempo folgen, das die großen Marken mit ihren Flaggschiffen vorgeben. Gartner hat einige der technischen Entwicklungen identifiziert, um die Hersteller derzeit nicht herumkommen.

Smartphone-Verkäufe nach Hersteller, IDC
Hersteller 1. Quartal 2016 1. Quartal 2015 Absatz +/-
Geräteabsatz Marktanteil Geräteabsatz Marktanteil
Samsung 81,9 Mio. 24,5 % 82,4 Mio. 24,6 % -0,6 %
Apple 51,2 Mio. 15,3 % 61,2 Mio. 18,3 % -16,3 %
Huawei 27,5 Mio. 8,2 % 17,4 Mio. 5,2 % +58,4 %
OPPO 18,5 Mio. 5,5 % 7,3 Mio. 2,2 % +153,2 %
Vivo 14,3 Mio. 4,3 % 6,4 Mio. 1,9 % +123,8 %
Andere 141,5 Mio. 42,3 % 159,8 Mio. 47,8 % -11,4 %
Gesamt 334,9 Mio. 334,5 Mio. +0,2 %
IDC Worldwide Quartely Mobile Phone Tracker, April 2016

Gartner nennt in diesem Zusammenhang Ladetechniken für den Akku: Quick Charge wird demnach in den kommenden zwei Jahren eine ebenso starke Rolle spielen wie Drahtlosladetechniken wie Qi. Dazu kommen Assistenzsysteme wie Google Now, Siri oder Cortana. Auch biometrische Sicherheitsfeatures und Augmented beziehungsweise Virtual Reality zählen die Marktforscher zu den wichtigen Zukunftstechniken. Weiter nennt Gartner gebogene Displays, Kamerasysteme mit mehreren Linsen und USB-C. (vbr)