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Smartphones: Senkrechtstarter Xiaomi gebremst

Shooting-Star Xiaomi leidet unter dem stagnierenden Markt in China und sucht sein Glück im Ausland. Für einen Platz in der Spitzengruppe ist der junge Hersteller aber immer noch gut.

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Xiaomi-Chef Lei Jun

Xiaomi-Chef Lei Jun.

(Bild: dpa, Stephan Scheuer/Archiv)

Der chinesische Smartphone-Hersteller Xiaomi hat eigenen Angaben zufolge im ersten Halbjahr 2015 insgesamt 34,7 Millionen Geräte verkauft. Das ist ein gutes Drittel mehr als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Doch im Vergleich mit dem zweiten Halbjahr 2014, in dem Xiaomi 35 Millionen Smartphones verkaufen konnte, stagniert der Absatz. Das könnte ein weiteres Anzeichen dafür sein, dass sich das starke Wachstum auf dem chinesischen Markt abschwächt.

Im gesamten vergangenen Jahr hatte der Xiaomi seinen Absatz verdreifacht und 61 Millionen Smartphones verkauft. Das will Xiaomi zwar 2015 weiter steigern, aber das ursprünglich gesetzte Ziel von 100 Millionen Stück ist nicht mehr zu schaffen. Im März war bei Xiaomi dann auch nur noch von “80 bis 100 Millionen” Stück die Rede.

Smartphone-Verkäufe 2015 nach Hersteller, Gartner
Hersteller 1. Quartal 2015 1. Quartal 2014 Absatz +/-
Geräteabsatz Marktanteil Geräteabsatz Marktanteil
Samsung 81,1 Mio. 24,2 % 85,5 Mio. 30,4 % -5,1 %
Apple 60,2 Mio. 17,9 % 43,1 Mio. 15,3 % +39,7 %
Lenovo/MOTO 18,9 Mio. 5,6 % 16,7 Mio. 5,9 % +13,0 %
Huawei 18,1 Mio. 5,4 % 13,5 Mio. 4,8 % +34,6 %
LG 15,4 Mio. 4,6 % 11,2 Mio. 4,0 % +37,8 %
Andere 142,3 Mio. 42,4 % 111,7 Mio. 39,7 % +27,4 %
Gesamt 336,1 Mio. 281,6 Mio. +19,3 %
Gartner, Mai 2015

Auf dem chinesischen Smartphone-Markt hat es das 2010 gegründete Unternehmen schnell in die Spitzengruppe der Hersteller geschafft. Dort geht es eng zu: Im ersten Quartal hat Apple dort dank des neuen iPhones mit 14,5 Millionen Stück am meisten Smartphones verkauft, direkt gefolgt von Xiaomi (13,5 Millionen) und Huawei (11,2 Millionen). Diesen Zahlen von IDC zufolge hat Xiaomi im zweiten Quartal über 20 Millionen Smartphones verkauft. Das reicht auch im internationalen Vergleich für einen Platz in der Spitzengruppe.

Derzeit macht Xiaomi rund 90 Prozent seiner Umsätze in China, schätzen Analysten. Einzelheiten veröffentlicht das Unternehmen nicht. Ende 2014 tauchten im Netz erstmals Zahlen zu Umsatz und Gewinn von Xiaomi auf. Demnach hat das Unternehmen im vergangenen Jahr 26,6 Milliarden Yuan umgesetzt und einen Gewinn von 347,5 Millionen Yuan (45 Millionen Euro) erzielt.

Xiaomi verkauft technisch hochwertige Smartphones zu günstigen Preisen über das Internet. Zuletzt war der Hersteller auch nach Indien und in andere asiatische Länder expandiert, um nicht vom chinesischen Markt abhängig zu bleiben. In Kürze wagt das Unternehmen auch den Schritt nach Südamerika und will seine Smartphones in Brasilien verkaufen. (vbr)

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