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Smartphones und Tablet-Computer bringen Versandhandel voran

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Der Versandhandel in Deutschland eilt von Rekord zu Rekord. Neue technische Geräte wie Smartphones und Tablet-Computer verbreiten sich schnell und geben dem Geschäft starke Impulse. Im vergangenen Jahr erhöhten sich die Umsätze des deutschen Versandhandels um 4,1 Prozent auf 30,3 Milliarden Euro, teilte der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) am Dienstag in Hamburg mit. Im laufenden Jahr erwartet die Branche ein weiteres Wachstum von 5,6 Prozent auf 31,9 Milliarden Euro.

Darin sind Umsätze für Dienstleistungen wie Bahntickets, Urlaubsreisen, Konzertkarten oder digitale Downloads von zuletzt rund 7 Milliarden Euro noch nicht einmal enthalten. "Technologien beeinflussen massiv die Geschäftsmodelle", sagte Verbandspräsident Thomas Lipke, im Hauptberuf einer der Chefs der Firma Globetrotter. "Heute sind intensive Kanalverflechtungen wegweisend für den Verkaufserfolg im interaktiven Handel."

Damit ist gemeint: Die Verbraucher nutzen intensiv vor einer Kaufentscheidung die verschiedenen Medien und Vertriebswege, die Handelsunternehmen heute anbieten. Sie informieren sich zum Beispiel in Katalogen oder im Internet, sie gehen zum Kauf in ein stationäres Geschäft oder bestellen telefonisch, oder sie nutzen komplett das Internet. Faustregel: Je jünger, desto mehr online. Aber das Internet setzt sich von Jahr zu Jahr in allen Altersgruppen stärker durch; rund 60 Prozent des Versandhandels laufen über das Netz.

Auch auf der Handelsseite hat sich viel verändert, kaum noch ein größerer Einzelhändler verzichtet auf eine Internetpräsenz. Und dank Plattformen wie eBay können auch kleine Händler als sogenannte Powerseller einen Versandhandel aufziehen, ohne dass große Investitionen notwendig wären. "eBay hat sich zu einer Verkaufsmaschine entwickelt", sagte Lipke.

Selbst bei den Produkten verändert die Digitalisierung den Handel: Der Kauf einer CD führte früher den Kunden in ein Geschäft und war ein Warenkauf; heute wird ein Song aus dem Internet geladen und das gilt als Dienstleistung. Ähnlich sieht es bei Filmen und Computerspielen aus. Wegen der Unübersichtlichkeit der Vertriebswege, Medien und Produkte ist die Branchenstatistik ziemlich durcheinander gekommen und kaum noch zu gebrauchen.

Fest steht aber: Versandhandel steht auf der Gewinnerseite. Er wird intensiv von Frauen genutzt für den Kauf von Kleidung, Textilien und Schuhen, aber auch von Möbeln und Dekorationsartikeln. Frauen sind als Käufer im Netz stärker vertreten als Männer und sie kaufen mehr. Bei den Männern stehen auf der Kaufliste Medien, Bild- und Tonträger und Unterhaltungselektronik ganz oben. (anw)