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Smartphones und eigener Messenger bei der Polizei – positives Zwischenfazit

Die Polizei in Rheinland-Pfalz arbeitet erst seit einigen Monaten mit Smartphone und Messenger und ist Vorreiter. Das erste Zwischenfazit fällt positiv aus.

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Rund sechs Monate nach der Einführung mobiler Endgeräte bei der rheinland-pfälzischen Polizei haben diese sich in der alltäglichen Arbeit schon bewährt. Projektleiter Dittmar Fuchs vom Polizeipräsidium Einsatz, Logistik und Technik (PP ELT) in Mainz sprach von einem "sehr positiven Zwischenfazit". Die Rückmeldungen der schon mit Smartphones oder Laptops ausgestatteten Polizeiinspektionen seien mehrheitlich positiv, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Mainz. Bislang seien rund 1500 Smartphones insbesondere an Kollegen des Streifendienstes gegangen.

Die Geräte hätten eine wichtige digitale Schnittstelle zwischen den Beamten draußen und den jeweiligen Dienststellen gebracht, berichtete Oberkommissar Daniel Schmidt von der Polizeiinspektion Ingelheim. Hier hatte Innenminister Roger Lewentz (SPD) im vergangenen November die ersten Geräte ausgegeben.

Dank der Smartphones und dem "polizeilichen Multimedia-Messenger", kurz poMMes, könnten nun beispielsweise Fotos von Personen unter Beachtung aller datenschutzrechtlichen Vorgaben polizeiintern leichter ausgetauscht werden – etwa bei Kontrollen oder bei Vermisstenfällen, wenn es darum gehe, das Gesicht des Gesuchten oder Karten sowie Aufnahmen des Suchgebiets an alle am Einsatz Beteiligten weiterzureichen. "Das kann die entscheidenden Minuten bringen."

Schmidt erinnert sich an einen Fall, als eine Fliegerbombe im Rhein bei Ingelheim vermutet worden war. Die Polizei habe das Fundstück selbst nicht beurteilen können. Dank des Messengers sei ein Foto schnell in die Dienststelle und von dort an den Kampfmittelräumdienst übermittelt worden. "Es ist ein extremer zeitlicher Gewinn", sagte Schmidt. In Ingelheim seien mittlerweile alle Streifen mit Geräten ausgestattet. Es vergehe kein Tag, an dem sie nicht genutzt würden. Möglich sei auch der mobile Zugriff auf das Einwohnermeldesystem oder das Zentralregister des Kraftfahrt-Bundesamtes.

Nach Angaben des Innenministeriums in Mainz sollen bis 2021 dann 4800 Smartphones sowie 500 mobile PCs auf Dienststellen verteilt werden. Dafür stellt die Landesregierung 7,5 Millionen Euro bereit – für die Geräte an sich, aber auch die App-Entwicklung und die Betriebskosten. PoMMes wurde vom PP ELT entwickelt. Es ist dem Ministerium zufolge bundesweit der erste von der Polizei selbst entwickelte Messenger.

Projektleiter Fuchs erklärt sich die hohe Akzeptanz für das Vorhaben bei den Beamten auch damit, dass sich die Polizei in Rheinland-Pfalz für persönliche Endgeräte für die Beamten entschieden habe. Es habe auch schon Anregungen und Verbesserungsvorschläge gegeben, die nun bei der weiteren Entwicklung berücksichtigt werden sollten.

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Oberkommissar Schmidt aus Ingelheim erklärte, eine Weiterentwicklung der App solle künftig auch eine Scanfunktion bringen. Per Kamera könnten dann Personaldokumente erfasst werden etwa von Unfallbeteiligten. Die Daten aus den Dokumenten würden dann automatisch in ein Formular übertragen. Das werde weiteren Zeitgewinn bringen. Wann das komme, sei noch nicht absehbar. Es müsse sichergestellt werden, dass die Daten zuverlässig erfasst würden, beispielsweise auch bei schlechten Lichtverhältnissen. (bme)